Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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mit Theilnahme; darauf ſagte er ganz plötzlich:

245 3 Einige Augenblicke betrachtete Ernfried Sorenza

Mag, wer Luſt hat, den Auftrag meiner Mutter ausrichten, ich thue es nicht. 2

Sollte es Ernfried Eldon an Muth fehlen, mir einen Schmerz zu bereiten, ſo laſſen Sie dieſes Sie beruhigen: ich werde mich nicht von den Wor⸗ ten der Gräfin vernichten laſſen.

Sieht denn Sorenza nicht ein, daß ich tief und lebhaft all das Unrecht fühle, welches gegen Dich begangen worden iſt; warum denn dieſe Worte, um mich zu reizen.

Graf, ich erwarte, was Sie mir mitzutheilen haben.

Was ich Dir zu ſagen hatte, habe ich ver⸗ geſſen, und jetzt ſollen dieſe Worte weder durch mich, noch durch irgend Jemanden ſonſt Dir überbracht werden und ſollte ich meine Mutter zwingen müſſen, ſie zurückzunehmen.=

Deſſen wirſt Du überhoben, Mama kommt ſchon ſelbſt. um Sorenza zu ſagen, was ihr Wille iſt, rief Jenny.

Sorenza wandte ihren Blick nach der Eintretenden. Vor ihr ſtanden die Gräfin und Jenny. Bei dieſem Anblick fühlte Sorenza einen Schauder ihr ganzes Weſen durchfahren; und ſo viel Muth ſie ſich auch gegen die Demüthigungen einzureden geſucht hatte, welche ſie von Ernfried erwartete, ſo fühlte ſie doch, daß ihre Kraft ſie beim Anblick dieſer Feinde ihres Friedens verließ, welche jetzt all den Unwillen, den ſie gegen ſie gehegt, auslaſſen würden. Sie brauchten ſich nicht mehr irgend einen Zwang anzulegen. Nur