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gen Bencke diniren. Ich habe ihn zu mir in der Stadt eingeladen.
— Nun, was hat das mit der Sache zu thun?
— Sehr viel. Mat hat Sorenza für die Toch⸗ ter der Amalie Bill und des Großhändlers Bencke ausgegeben, iſt das nicht ſo?
— Der Major Grüner hat es mir wirklich ge⸗ ſagt, und als ich einmal Sorenza fragte, wie nahe ſie mit Madame Grüner verwandt ſei, antwortete ſie, daß ihre Mutter und die der Majorin Geſchwi⸗ ſter geweſen wären.
— Nun wohl, hierüber kann Rudolph Bencke die beſte Auskunft geben. Willſt Du oder willſt Du nicht der Wahrheit in's Geſicht ſehen?
— Ich will und muß ſie kennen lernen, darum eſſe ich zu Mittag bei Dir,— antwortete Porry.
Ein Bedienter trat jetzt ein und übergab Porry ein Billet von der Majorin auf Roſensvik. Daſſelbe lautete folgendermaßen:
Herr Porry!
„Mein Mann hat heute eine Geſchäftsreiſe an⸗ „treten müſſen, welche ihn zwingt, eine Woche fort „zu bleiben; während dieſer Zeit bin ich, ſeinem „Willen gemäß, gezwungen Sorenza in meinem „Hauſe zu behalten, und ſehe mich deßhalb genöthigt,
„Sie zu bitten, mit Ihren Beſuchen aufhören zu
„wollen, bis ſie meine Familie verlaſſen hat. Es „iſt eine ſo kurze Zeit, daß Sie während derſelben „es müſſen ertragen können, ſie nicht zu ſehen. „Meine Ehre gebietet mir, ſo zu handeln, wie „ich es jetzt thue. Mit Achtung Ida Grüner.“


