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Porry ſtand draußen auf dem Balkon von Alnäs und betrachtete gedankenvoll die Ausſicht, während Sturm laut aus einer Zeitung vorlas. Die Mor⸗ genſonne warf ihre Strahlen auf das thauige Gras, als wenn ſie die Thränen der Erde wegküſſen wollte.
— Ich kann einen Eid darauf ſchwören, daß Du nicht ein Wort von alledem gehört haſt, was ich vorgeleſen,— bemerkte der Werkbeſitzer und blickte den Vetter an.
— Darin haſt Du Recht; es iſt für den Augen⸗ blick vergeblich, den Verſuch zu machen, mich für die Streitigkeiten in Europa zu intereſſiren. Ich habe wollauf mit denjenigen zu thun, welche in meinem eigenen Innern vor ſich gehen.
— Das kann man verhext ſein nennen. Wenn das Mädchen Dir ſo verd-—t lieb iſt, ſo ſcheint es mir das Einfachſte zu ſein, das Vergangene zu ver⸗ geſſen und Dich mit ihr à tout prix zu verhei⸗ rathen.
— Das Vergangene,— wiederholte Porry;—
aber gibt es wirklich in dem Vergangenen etwas
Strafbares?
— Ha, Ha, Du glaubſt alſo ganz einfältiger⸗
weiſe, daß ein reicher Edelmann aus reiner Barm⸗ herzigkeit das für das Mädchen thut, was Eldon gethan? Du glaubſt, daß dieſe Barmherzigkeit ſo weit geht, daß er, trotz dem Unwillen ſeiner Frau, ſein Pflegekind in's Haus nimmt; und ſchließlich glaubſt Du, daß das Mädchen aus lauter Dankbar⸗ keit, ſich ſeinen Tod ſo ſehr zu Herzen nimmt, daß ſie darüber beinahe das Leben verloren hätte? Entweder
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