233
nach Alnäs, wo er ſich in ſein Zimmer einſchloß. Gegen Abend ſchickte er ſeinen Bedienten hinüber zum Major, um zu erfahren, wie die Herrſchaft ſich befinde und erhielt dann zur Autwort, daß Mamſell Bencke bedenklich krank ſei.
— Die Nachricht von ſeinem Tode wird ſie vielleicht das Leben koſten,— wiederholte Porry, — und ich ſollte noch bezweifeln, daß zwiſchen ihnen ein zärtliches Verhältniß ſtattgefunden hat?
Als Sorenza's Zuſtand nach mehreren Tagen fort⸗ fuhr, höchſt gefährlich zu werden, verſchwand die Eiferſucht vor der Beſorgniß, ſie zu verlieren. Porry meinte dann, daß er um jeden Preis ihr Leben wie⸗ der erkaufen wollte. Er wurde faſt erſchrocken über die Stärke ſeines Gefühls. Er hatte erſt jezt be⸗ griffen, wie theuer Sorenza ſeinem Herzen ſei und wie unerſezlich er den Verluſt dieſes Mädchens finden würde, welches, wie es ihm vorkam, gerade für ihn geſchaffen war.
Vier Wochen gingen zu Ende. Sorenza war jezt nach ihrer ſchweren Krankheit reconvalescent. Während der verfloſſenen Zeit war Porry jeden Tag bei Major Grüner geweſen, um ſich nach dem Be⸗ finden Sorenza's zu erkundigen; aber Niemand brachte einen Gruß von ihm an ſie. Als die Beſ⸗ ſerung eintrat und ſie über ihre Lage nachdenken konnte, trat noch zu dem Kummer über den Tod des Vaters auch der Schmerz, daß er, welcher ihr


