Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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augenblickliche Unannehmlichkeit, auf welche ſie Rück⸗ ſicht nehmen mußte. Madame Toll hatte ja vom Grafen ſowohl wie von der Gräfin das Verſprechen erhalten, daß ſie beide die Erziehung Sorenza's übernehmen und für ſie ſorgen würden.

Madame Toll, welche die Mutter Sorenza's ver⸗ göttert hatte und bei dem unglücklichen Schickſal derſelben nur einen Fehlenden ſah, nämlich den Grafen, hatte auch vom erſten Augenblick an, wo ſie ihn um ſeine Hülfe anging, die etwas kindliche Illuſion gehegt, daß der Graf, um ſein Verbrechen gegen die Mutter zu ſühnen, die Tochter adoptiren

würde. In ſeinem und der Gräfin Wunſche, daß Sorenza ſich in ihrem Hauſe aufhalten möchte, ſah ſie die Einleitung zu der Adoption.

Madame Toll hatte mit einer fanatiſchen Liebe und Sorgfalt den Fehler Amalie's zu verbergen geſucht, etwas, das ihr um ſo viel leichter wurde, als Amalie's Mann während der zwei erſten Jahre nach dem unglücklichen Ereigniß, wo man nicht wußte, wo Amalie ſich aufhielt, an Madame Toll geſchrieben und den Wunſch ausgedrückt hatte, daß das wenig ehrenhaſte Ereigniß mit ſeiner entflohenen Gattin ſo wenig als möglich erwähnt werden möchte, ein Verlangen, welchem Madame Toll und ihr da⸗ mals noch lebender, wohlhabender Mann mehr als gerne entſprachen..

Als Madame Toll ein Jahr darauf durch einen Pfarrer in einer der entlegenſten Provinzen Schwe⸗ dens die Nachricht erhielt, daß Amalie lebte, aber ſich in einer äußerſt dürftigen Lage befinde und kränklich ſei, ſo reiste ſie ſelbſt hin und holte ſie.

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