Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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ter und über den Hof nach dem Gebäude, wohin Mamſell Ekberg Sorenza geführt.

Das Fräulein ſeufzte, ſah ihm nach und dachte in ihrem Innern, daß jene Sorenza nur zum Aerger⸗ niß in's Haus gekommen. Unſere betagte Jungfrau hegte deßhalb einen Widerwillen gegen das junge Mädchen, weil ſie glaubte in Sorenza eine gefähr⸗ liche Rivalin gefunden zu haben.

In einem hübſchen, kleinen, elegant möblirten Zimmer finden wir Sorenza; ſie hatte ſich nachläſſig auf ein Sopha geworfen und weinte dergeſtalt, daß das Schluchzen in der kleinen Kammer wieder⸗ hallte. Sie weinte ſo heftig, daß ſie nicht eher hörte, wie die Thüre geöffnet wurde, und da Jemand hereintrat, als eine freundliche und jugendliche Stimme ganz in ihrer Nähe ſagte:

— Sorenza, Du mußt nicht ſo weinen. In demſelben Augenblick wurde ihr Kopf in die Höhe gehoben und ein paar milde Augen blickten voll Thränen auf ſie.

— Warum weinſt Du?— fragte Arthur mit weicher Stimme und ergriff ihre Hände. 6

— Ich fühle mich ſo ungluͤcklich, ſo einſam, ſeufzte Sorenza,— ſo verſtoßen von der ganzen Welt, ſeit ich von meiner Heimath und meiner gu⸗ ten, guten Tante getrennt wurde. Du lieber Gott, hätte ich doch bei ihr bleiben dürfen! Sie liebt mich ſo innig, aber hier finde ich Nismanden, der

G ſich um mich kümmert. 8

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