reicht, ſondern die Erſtere machte vor Jenny eine tiefe Verbeugung und ſagte mit klarer Stimme.
— Fräulein braucht nicht meine Hand anzufaſſen.
Das von Thränen und Demüthigung vorher ſo erhizte Geſicht war bleich geworden, und es trug jetzt denſelben Stempel unbeugſamen Stolzes, wel⸗ chen man bei dem Grafen und allen ſeinen Kindern wiederfand.
Bei Sorenza's Worten wurde die Gräfin glühend roth und ſagte mit ungewöhnlich ſcharfer Stimme:
— Nehmen wir wieder Deine Aufgabe vor, Jenny, ich meine, daß die Begrüßungen lange genug gedauert haben..
Der Graf zog die Augenbrauen zuſammen und ſagte zum Bedienten:
— Rufe Mamſell Ekberg her!
Einen Augenblick darauf ſtand ein Frauenzimmer in den mittleren Jahren vor dem Grafen.
— Seien Sie ſo gut und führen Sie Mamſell Bencke nach dem Zimmer, welches für ſie in Bereit⸗ ſchaft geſetzt iſt. Ich vertraue ſie der Obhut der Mamſell an.
Er wandte ſich jetzt an Sorenza, welche das mar⸗ morbleiche Geſicht emporgerichtet und die tiefliegen⸗ den Augen auf Jenny gerichtet, ſtehen geblieben war,.
und ſagte:
— Begleite Mamſell Edberg auf Dein Zimmer!
Sorenza gehorchte. 4
Ernfried hatte während des Begrüßungspro⸗ ceſſes unter der Veranda geſtanden und war von
Epheu, das ſich an den Eſpaliers heraufſchlange


