Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

27 37

wohnenden Glückes hervorzauberte, und nach dieſer Andern ſehnte er ſich mit fieberhafter Ungeduld; dieſe war es, welche ihn von dem heimathlichen Herd wegzog.

Nach dem Grübeln kam die Eiferſucht und mit ihr der Beſchluß, ſich Gewißheit zu verſchaffen, wer oder was es ſei, das ihn veranlaßte, unaufhörlich nach Yſtad zu reiſen.

Sie beſchloß zu ſpioniren.

Der Graf, viel zu viel von dem Gegenſtand, der ſein Herz feſſelte, in Anſpruch genommen, be⸗ ſchäftigte ſich gar nicht damit, was ſeine Frau den⸗

ken oder fühlen möchte, ſondern überließ ſich dem Glücke des Augenblicks. Nach vielem Spioniren gelang es der Gräfin,

1 dem Geheimniß auf die Spur zu kommen.

Der Graf war in eine junge Madame Bencke die Frau eines deutſchen Kaufmanns, verliebt. Der b Mann war zufällig in Geſchäften weggereist.

Bei dieſer Entdeckung wurde die Gräfin raſend vor Eiferſucht, gab dem erſten Eindrucke nach und verklagte den Mann auf Scheidung.

3 Kaum war der Prozeß angefangen und die junge Frau rettungslos compromittirt, als die Gräfin es 1 bereute.

Der ſtolze Graf wußte durch Aufopferung einer 4 größeren Geldſumme den Mann von Madame Bencke zu beſänftigen und die Sache niederzuſchlagen, bevor penn Mublikum zu viel von der ſkandalöſen Geſchichte ſerfuhr.

Das Opfer ſeiner Liebe und der Eiferſucht der Gräfin, welches keinen gräflichen Namen und auch