Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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e Jung und mit einem ungewöhnlich vortheilhaf⸗ ten und ſtattlichen Aeußern, hatte er dadurch Au⸗ rora's Herz gewonnen, ohne daß er ſich viel darum bemüht hätte. Die Partie zwiſchen ihnen war von

. ihren Eltern ausgemacht und von dem Grafen deß⸗

khalb eingegangen worden, weil er ſeit ſeinem einund⸗

r zwanzigſten Jahre mit Aurora verlobt geweſen war.

In ſeiner aus allen möglichen Widerſprüchen

. zuſammengeſetzten Seele, gab es einen hervorragen⸗

den Zug, welcher durch ſein ganzes Leben ging,

. nämlich den, nie ſeinem Worte untreu zu werden; mochte es ſein eigenes, oder anderer Wohl und Wehe

koſten, ſo hielt er es.

Vor ſeiner Heirath zeichnete er ſich durch ein tolles Leben, durch eine bis an das Aeußerſte gren⸗ zende Lebensluſt und durch eine wilde Jagd nach Zerſtreuungen aus.

Bevor er ſich in das junge bürgerliche Mädchen verliebte, hatte man nie etwas Anderes als Freude aus ſeinem Geſicht leuchten ſehen und nie⸗hatte eine Wolke des Ernſtes oder der Sorge dieſe hohe, breite 3 Stirne verdüſtert, welche nur für den Sonnenſchein des Glückes geſchaffen zu ſein ſchien. Von dem Augen⸗ b blick an, wo er ſeiner Liebe entſagte, wurde ſein

ganzer äußerer und innerer Menſch geändert.

1 Er wurde kalt, düſter, ſtreng und verſchloſſen.

Die excentriſche Lebhaftigkeit brach nur wie Blitze 3 hervor, aber nie mehr mit tobender Munterkeit, ſon⸗ dern gleich einem wilden Wunſch, irgend eine Erinne⸗ rung zu betäuben. Seine Heftigkeit glich einer ver⸗ Bodeen Flamme, deren Vorhandenſein man wohl ſahnte, die aber hinter der Strenge berſtadt 1ag 1*

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