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zu begreifen; wäre ich aber in ihrer Stelle, ſo würde ich— vor Scham vergehen.
— Du ſprichſt wie ein exaltirter junger Menſch und wie ein Eldon; aber erinnere Dich, daß das Mädchen nicht mit Deinen ariſtokratiſchen Begriffen erzogen, ſondern bei den Verwandten ihrer eigenen Mutter als ein Pflegekind aufgewachſen und auf dieſe Weiſe gewohnt iſt, ohne Eltern zu ſein. Unſere Gewohnheiten ſind es, die unſere Gefühle beſtimmen und ausbilden.
— Papa, Papa, ich fühle an der Aufregung, in welche mein eigenes Herz bei dieſem Auftritt ge⸗ räth, daß Papa's Raiſonnement nicht richtig iſt.
— Mag ſein; ich mußte indeſſen uͤbereinſtim⸗ mend damit handeln.
Der Graf rauchte ruhig ſeine Cigarre.
Eine Pauſe trat ein. Plötzlich ſagte Arthur:
— Warum behandelt Papa Sorenza mit ſo vieler Kälte und Strenge, als wäre ſie eine Skla⸗ vin und nicht ein Kind?
— Weil ein vertraulicheres Benehmen von mei⸗ ner Seite gegen ſie uns einander zu ſehr nähern und die Welt von der Verwandtſchaft, in der wir ſtehen, in Kenntniß ſetzen würde, und darüber muß dieſelbe in Unkenntniß bleiben.
Außerdem machte die Beſchaffenheit ihres Ur⸗ ſprungs es mir zur Pflicht, ihr nie den Gedanken beizubringen, daß ſie auf mich dieſelben Anſprüche habe, wie meine geſetzlichen Kinder. Zwiſchen uns darf deßhalb dieſe herzliche Vertraulichkeit, die zwi⸗ ſchen Eltern und Kindern ſtattfindet, nicht exiſtiren. Schwartz, Die Tochter des Edelmanns, I. 3
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