Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
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wir dieſe Stürme haben durchleben können, welche durch die unbedeutendſten Verſehen hervorgerufen wurden;. die aber durch das Uebermaaß der Kraft in unſerm Innern mit einer ſolchen Stärke auf⸗ traten.

Wie lächeln wir nicht in unſerem reiferen Alter über die Schmerzen unſerer Jugend, die ſo heftig waren und doch aus ſo geringer Veranlaſſung ent⸗ ſtanden; wenn wir dieſelben mit den Leiden ver⸗ gleichen, die wir ſpäter ertragen mußten, aber ohne zu ſtürmen und zu raſen. Ich habe Perſonen ge⸗ ſehen, welche in ihrer Jugend von einem paniſchen Schrecken bei dem Gedanken überfallen wurden, daß ſie denn Schmerz des Biſſes eines Blutigels aushalten ſollten, und einige Jahre darauf habe ich geſehen, wie dieſelben Perſonen, ohne das Geſicht zu ver⸗

ziehen, und ohne daß es ihnen einen Seufzer koſtete,

ſich wirklich ſchmerzhaften Operationen unterwarfen. Ebenſo verhält es ſich mit unſeren Seelenleiden. Gerade ſo verhielt es ſich auch mit Arthur. Er ſollte im Laufe ſeines Lebens manchen bitteren Seelenkampf, manchen ſchweren und heftigen Schmerz durchmachen; aber kein einziger von dieſen ſollte ſich mit ſo entſetzlicher Gewalt Luft machen, wie dieſe erſte Vernichtung einer kindlichen und ſoeben ent⸗ ſtandenen Neigung, die eher eine Ahnung als eine Wirklichkeit war. Als er auf ſein Zimmer hinaufgekommen war, riegelte Arthur die Thüre zu, warf ſich heftig auß 1. Sopha und brach in ein wildes Schluchzen aus

ſeinen n weinte, weinte wie ein unverdorbenes Kin