Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 1. Band (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

Wieder vergingen ein paar Wochen, während welcher Zeit unſer Kadet jeden Mittwoch und Sams⸗ tag mehrmals in der Kapitainsſtraße auf und ab ſpazierte; aber ohne daß ihm das Schickſal es ver⸗ gönnt hätte, einen Schimmer von Derjenigen zu erblicken, um deretwillen er ſo viel unnöthige Schritte gethan.

Es war wieder ein Sonnabend und der junge Graf kam direkt von Karlberg; aber ſtatt zu ſeinen

Eltern zu gehen, welche in der Königinſtraße wohn⸗

ten, nahm er ſeinen Weg nach dem Markte Karls des Dreizehnten.

Gerade als er nach demſelben hineinbog, erblickte 5 einen weißen Florſchleier und einen dunkelblauen Hut.

Die Perſon, welche mit dieſen für Arthur ſo beunruhigenden Artikeln bekleidet war, trug ein großes Portefeuille unter dem Arm und ging mit raſchen Schritten.

Arthur beſchleunigte ſeine Schritte, um ſie ein⸗ zuholen, und ſann darüber nach, welchen Vorwand ebrauhen ſollte, um das junge Mädchen anzu⸗ reden.

Der Zufall kam ihm indeſſen zu Hülfe, denn während er vergebens nach irgend einer Einleitung zu einem Geſpräch ſuchte, ſah er, wie der weiße Schleier ſich von dem Hut losmachte und eine Zeit lang in der Luft ſchwebte, ſich dann aber ſenkte und in einiger Entfernung von ihr niederfiel⸗

Denſelben aufzuheben und damit zu dem zungen Mädchen hinzueilen, war für Arthur das Werk elnes Augenblicks.