Dagmar begleitete ſie nach Hauſe; aber Majken und der Vater forderte ſie auf, Tante Waldners Einladung zur Wieder⸗ kehr nach Aengsberga anzunehmen.
Nachdem ſie eine Woche Majken auf dem alten Herrenſitz Geſellſchaft geleiſtet hatte, begann Dagmar ſich nach Aengsberga zurückzuſehnen, und als David ſie abzuholen kam, hatte ſie durchaus nichts gegen eine Ueberſiedlung dahin einzuwenden.
Sie fühlte ſich glücklicher und zufriedener, ſo lang ſie dort war. Sie ſah ja doch täglich Majken und ihren Vater.
Wenn Dagmar einen Tag in Haraldshof zugebracht hatte, kehrte ſie des Abends mit einem innigen Gefühl von Zufrieden⸗ heit nach Aengsberga zurück, und die Heimath ihrer Kinderjahre mit deren traurigen Erinnerungen kam ihr nunmehr ſo düſter vor, daß ſie ihre frühere Vorliebe für den alten Herrenſitz nicht mehr begreifen konnte.
Auch der Oberſt und Majken blieben ſehr oft zu Aengsberga über Nacht. Alle fühlten ſich dort ſo wohl.
Das innige Verhältniß zwiſchen David und Dagmar be⸗ feſtigte ſich von Tag zu Tag. Er war der Vertraute ihrer Seele, und ſie ſprachen oft von dem, was ihr früher ſo bittern Kummer bereitet hatte. Er brachte ſie bei ſolchen Unterredungen zu dem Bekenntniß, daß ſie ihre Leiden ſich ſelbſt geſchaffen hatte. Er redete von ihrer Gemüthsart, ihrem Charakter, ihrer Körper⸗ konſtitution und überzeugte ſie, daß ſich kein vernünftiger Grund zu der Vermuthung vorfand, als ob ſie eine Anlage zu Geiſtes⸗ krankheit geerbt hätte. David behandelte den Gegenſtand mit Ruhe und legte in ſeine Beweisführung nichts, was ſeinerſeits ein ſpecielles Intereſſe, ſie zu überzeugen, verrathen hätte.
David ſprach allerdings oft davon, wie theuer ſie ihm wäre; er forderte auch verſchiedene Beweiſe der Anhänglichkeit von Dag⸗ mar, aber die warme Sprache der Liebe führte er nicht. Manch⸗ mal wollte Dagmar glauben, daß er ſie nicht mehr wie früher liebe, aber dann fand ſich wieder ſo Vieles, was den Beweis lieferte, daß ſie ſeine Liebe noch beſaß.—
ſeinem Schluß.
Die Zeit eilte inzwiſchen vorüber und der Sommer nahte ſich
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