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Dagmar wandte dagegen ein, dieß wäre eine Unmöglichkeit; ſie hätte ſo Vieles zu beſorgen und könnte darum nicht von Hauſe fern bleiben. Da ſie die Nutzloſigkeit jedes weitern Ver⸗ ſuches, ſie zu überreden, einſah, ſtand Frau Waldner davon ab.
Agnes hatte inzwiſchen ſich über Mancherlei mit der Schwieger⸗ mutter zu berathen.
David näherte ſich Dagmar und ſagte in gleichgültigem Tone:
„Iſt es Dir wirklich Ernſt damit, heute Abend heimzu⸗ fahren?“
„Ja, warum fragſt Du?“
„Ich wollte Dich bitten zu bleiben.“
„Ich kann nicht.“
„Du kannſt nicht?“
David faßte eine ihrer Hände und ſpielte mit den Fingern.
In dieſem Augenblick rief Adele:
„Unſer Wagen iſt da.“
David betrachtete Dagmars einen kleinen Finger ganz auf⸗ merkſam.
„Du haſt niemals eine Nacht unter Mama's Dach zugebracht, Dagmar. Man ſchläft ſonſt ruhig und gut hier in Aengsberga.“
Dagmar ſah ihn an; aber Davids Blick war nicht auf ſie gerichtet. Sie wandte ſich zu Adele mit den Worten:
„Friedrich kann heimfahren. Wir bleiben bis morgen bei Tante Waldner.“
Adele eilte hinweg, dieſen Auftrag zu vollziehen.
LI.
Dagmar blieb nicht nur den folgenden Tag, ſondern eine ganze Woche in Aengsberga. Der Aufenthalt daſelbſt bekam ihr ſehr gut. Ihre Augen waren nicht mehr matt, wenn der Morgen anbrach, und die Wangen nicht ſo bleich. Sie war heiter und die Anwandlungen von Düſterheit verſchwanden.. 8u Ende der Woche langte der Oberſt mit ſeiner Frau in Aengsberga auf dem Wege nach Haraldshof an, wo ſie den Winter zuzubringen gedachten.


