halb, lieber David, und empfange deinen Bruder und deine Schwägerin.“
„Sogleich, liebe Mama,“ antwortete David.
Che er und Dagmar der Aufforderung nachkamen, ſagte er mit bewegter Stimme:
„Ein Wort, ehe wir gehen. Glaubſt Du, daß ich, gleich Georg, mir eine andere Gattin an Dagmars Stelle ſuchen werde?“
„Nein, das glaube ich nicht. Du wirſt niemals eine andere lieben.“
.„In dieſem Fall ſtehſt Du in einer großen Schuld gegen mich. „Ich weiß es,“ flüſterte Dagmar.
„Nun wohl, bezahle ſie dadurch, daß Du mich zu deinem Arzte annimmſt.“
„Gern, aber ich bin nicht krank, und für mein Uebel gibt es kein....4
„Bleiben wir hier ſtehen. Ich begehre ja nur von Dir, daß Du meinen Vorſchriften zu gehorchen verſprichſt. Dieß, Dagmar, ſollte doch nicht ſo ſchwer ſein.“
Dagmar reichte ihm die Hand und lächelte wehmüthig.
„Du haſt mein Verſprechen.“
„Gut, dann bin ich zufrieden. Nimm nun meinen Arm und laß alle düſtern Schatten fahren.“
Sie gingen durch den Salon, das Wohnzimmer und hinaus auf den Hof, wo ſie gerade zur rechten Zeit ankamen, um Georg mit Frau und Kind willkommen zu heißen.
Es kam Dagmar vor, als ob ſie nach der Schilderung ihres Kummers eine ſchwere Bürde von ihrer Seele abgewälzt hätte.
Freude, Glück und Zufriedenheit umgaben ſie.
David war liebevoll, herzlich und aufmerkſam. Aengsberga war ſo hell, lächelnd und friedvoll, daß ſie es niemals früher in einem ſolchen Licht geſehen zu haben glaubte.
Am Abend langte Dagmars Cquipage an, um ſie abzuholen. Tante Waldner erklärte jedoch, es liege gar nicht in ihrer Abſicht, Dagmar heimfahren zu laſſen, vielmehr wolle ſie dieſelbe über Nacht behalten. 3


