Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Hier kam er krank an Geiſt und Körper an. Ich wurde ſeine Tröſterin und diejenige, welche ihn mit ſeinen Leiden zu verſöhnen vermochte. Er ſah in mir das Abbild ſeiner geliebten Z06, und meine Gegenwart machte den Schluß ſeines Lebens ruhig und friedvoll.

Deine Liebe war mein Glück, aber ein Glück, welches ich nur im Traume beſitzen ſollte. Auch als Arthur wünſchte, ſein Leben an dem Orte zu beſchließen, wo ſeine Tante das ihrige geendet hatte, gelang es mir, Majken und Papa dahin zu be⸗ ſtimmen, daß ſie den Winter in Haraldshof zubrachten.

Mir war es Bedürfniß, aus deiner Nähe fortzukommen; ich ſagte das Majken; ebenſo daß wir, Du und ich, niemals ein Paar werden könnten. Hernach ſchrieb ich Dir, und ſo reiste ich von Eriksdal ab, ehe mein Brief abgeſchickt wurde.

Während unſeres Aufenthalts in Haraldshof wurde Arthur von Angſt über die Zukunft ſeines Kindes befallen. Dieſe Un⸗ ruhe nahm ſchnell den Charakter der Geiſtesſtörung an. Er wollte es wiederſehen, forderte von mir und Majken das heiligſte Verſprechen, es wieder unter unſere Pflege zu nehmen, und konnte dennoch ſich nicht beruhigen.

Papa ſchrieb nach dem Mädchen. Wir verſicherten Arthur täglich, daß er ſie wiederſehen ſollte, daß ſie auf dem Wege nach Schweden wäre; aber deſſen ungeachtet wurde er von einer Ver⸗ zweiflung gequält, welche ihm die Sinne verwirrte. In dieſer Zeit der Unruhe war es, daß er mich anflehte, mich mit ihm trauen zu laſſen, um dadurch ſeiner Tochter eine Mutter zu ſichern.

Bewegt von ſeinen Bitten und ſeinem Zuſtande gab ich endlich nach und verſprach ſein Begehren zu erfüllen. Er wurde nun ruhiger und erwartete geduldig das Ende ſeines Lebens.

Den Tag vor Arthurs Tod langte die kleine Adele in

Haraldshof an und eine Stunde, ehe er ſeinen letzten Seufzer ausathmete, wurde ich mit ihm getraut. Ich glaubte damit ein gutes Werk gethan zu haben, und in Adele bekam ich ein Weſen, für das ich leben konnte. Ich ſollte ja niemals mein Leben ihm, den ich liebte, zu widmen haben,