„Ol denken zu müſſen, muß, das iſt ſchrecklich!“
Dagmar verbarg ihr Angeſicht in den Händen.
David ſchwieg ſtill.
Lange konnte Dagmar ihre Faſſung nicht wieder finden. Endlich gelang es ihr dennoch.
„Es iſt ein bitterer Kelch, den Du mir zu leeren gibſt, indem Du mich zwingſt, dieß zu erzählen, aber ich thue es, wie ich Alles thun würde, was Du von mir forderteſt. Darum wollen wir zu meinem Beſuche in dem Irrenhauſe zurückkehren.
„Als wir, der Doktor und ich, uns wieder in ſeinem eigenen Zimmer befanden, unterrichtete ich ihn davon, daß ich die Couſine des Unglücklichen wäre und etwas über Zoé's Aufenthaltsort zu erfahren wünſchte.
„Sie wohnt in einiger Entfernung von hier,“ antwortete der Doktor.„Die Marquiſin iſt viel kränklich und wird bald Mutter werden, aber deſſen ungeachtet will ſie nicht getrennt von ihrem Manne leben, ſondern ſo nahe ſein, daß ſie ihn täglich ſehen kann. Sie wünſcht jedoch unerkannt zu bleiben.“
„Der Doktor ſagte auch, daß er gute Hoffnungen in Bezug auf Arthurs Wiederherſtellung hege, aber daß es wahrſcheinlich langſam gehen würde.
„Unglücklicher als je kehrte ich in das Wirthshaus zurück. Ich erzählte Majken und Papa meinen Beſuch im Irrenhaus, ſagte ihnen, daß Arthur ſich daſelbſt befände, und bat ſie, ein paar Tage hier zu bleiben, damit ich Zoë beſuchen könnte.
„Ich hätte allerdigs nicht nöthig gehabt, ſie zu ſehen, um mich in meinem Entſchluß, nicht zu heirathen, zu beſtärken, aber wie die Umſtände nun waren, hatte ihr von Kummer und Ver⸗ zweiflung niedergedrückter Gemüthszuſtand genügt, mir zu zeigen, welches Verbrechen derjenige begeht, welcher einen andern Menſchen an ein Schickſal kettet, wie es desjenigen wartet, der ſich mit einer irrſinnigen Perſon verheirathet. Zoë war wirklich grenzen⸗ los unglücklich, und zwar, ohne daß etwas geſchehen konnte, um ihr Schickſal zu mildern. 3
daß man einmal ſein Schickſal theilen


