Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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war wohlthuend für meine Seele. Ich vergaß zuweilen mein unglückliches Muttererbe und fühlte mich wieder froh und glücklich.

Nach einer Reiſe von einigen Wochen kamen wir eines Abends in einen höchſt reizenden Ort, wo wir zu bleiben be⸗ ſchloſſen.

In einiger Entfernung von dem Gaſthauſe erhob ſich ein ſchönes und großartiges Gebäude, welches etwas von einer Burg und einem Schloß in ſich vereinigte. Es hatte eine romantiſche Lage.

Ich fragte ſogleich, wem es gehöre, und erhielt zur Antwort:

Einem Arzte, der hier eine Irrenanſtalt habe.

Ein Narrenhaus in einer ſo ſchönen Gegend.

Ich ſchauderte und konnte meinen Blick nicht von dem Ge⸗ bäude abwenden. Es übte auf mich einen gleichzeitig anziehenden und abſchreckenden Einfluß aus.

Ich ſprach bei mir ſelbſt:

In einer ſolchen Anſtalt wirſt Du eines Tags eingeſperrt werden.

Am Morgen nach unſerer Ankunft ſtand ich frühe auf und begab mich, ehe Papa und Majken erwachten, nach dem großen Irrenhauſe.

Ich wollte eine ſolche Anſtalt in der Nähe ſehen; ich wollte Bekanntſchaft mit den Unglücklichen machen, welche dort weilten.

Nach einer Unterredung mit dem Arzte war er ſo artig, mich durch ſeine Heilanſtalt zu führen. Ich ſah Irrſinnige und betrachtete ſie mit demſelben Intereſſe, womit die zum Tod Ver⸗ urtheilten den Richtblock betrachtet haben mögen. Wir kamen endlich zu der Abtheilung für die Tobſüchtigen. Der Doktor öffnete eine Klappe von einer Zelle, aus welcher man wildes Geſchrei vernahm. Ich ſchaute mit Entſetzen hinein.

Der Narr, welcher hier raste, war Arthur.

David, ich ſehe ihn, wenn ich will, ſo wie er vor meinen Blicken ſtand; ich werde niemals ſeine wildrollenden Augen, ſeine verwitterten Geſichtszüge vergeſſen, und ich weiß kaum, wie ich von ſeiner Thüre hinwegkam. 3

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