Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Zwei Wochen lang waren wir beinahe täglich mit ihnen zuſammen. Beide jung, liebenswürdig, glücklich und heiter, be⸗ trachteten das Leben von deſſen ſonnigſter Seite. 1

Eines Tags fand ſich Arthur mit einer Wolke auf der ſonſt ſo freien Stirne ein. Er hatte einen Brief von ſeinem Vater erhalten, welcher aus Anlaß eines umlaufenden Gerüchts über die Religion ſeiner Schwiegertochter zu erfahren wünſchte, ob es mög⸗ lich wäre, daß ſein Sohn eine von dem allein ſelig machenden Glauben abtrünnige Frau zu ſeiner Gattin habe machen können. Arthur beabſichtigte nun zu ſeinem Vater zu reiſen, um ihn damit zu verſöhnen, daß ſeine Schwiegertochter Proteſtantin wäre ein Unternehmen, das auf ſchriftlichem Wege keinen Erfolg ver⸗ ſprach.

Arthur hatte, als er die Einwilligung des Marquis zu ſeiner Vermählung nachſuchte, es nicht für nöthig erachtet, von dem Glaubensbekenntuiß ſeiner geliebten Zoë Rechenſchaft zu geben, aber nunmehr beunruhigte es ihn, daß er es nicht gethan hatte. Er hatte ſeines Vaters Einwilligung ſomit eigentlich erſchlichen, da er die ſtrengkatholiſche Denkart von ihm und ſeinem Groß⸗ vater nur allzuwohl kannte.

Es liegt in unſerem ganzen Geſchlecht, äußerte Arthur, eine angeborne Anlage zur Narrheit, und jede Generation hat ihre Opfer davon gehabt. Mein armer Vater, welcher aus einem übermüthigen jungen Mann ein bigotter Alter geworden iſt, ſteht auf der Grenze von religiöſem Wahnwitz und wird mir vielleicht meine Heirath nicht verzeihen.

Arthur und ſeine Frau reisten nach dem Aveyron'ſchen Familienſchloß, und wir verließen Paris.

Etwas über zwei Monate waren vergangen, als wir eines Abends mit Zoë und Arthur in Neapel zuſammentrafen. Der letztere war beinahe unkenntlich. Sein blühendes Ausſehen war verſchwunden, und aus jedem Zuge leuchtete ein verzehrendes Seelenleiden. Auch bei Zos ſchien es, als ob ſie von einem bittern Kummer niedergedrückt wäre. Ein ſchweres Unglück hatte ſie demnach getroffen.

Nach einſtündigem Zuſammenſein entdeckten wir mit Schrecken,