Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Eines Abends, einige Zeit darauf, beſuchten wir die italieniſche Oper. In die Loge uns gegenüber trat ein junger Mann und eine einnehmende Dame in Geſellſchaft des ſchwediſchen Legations⸗ ſekretärs.

Unſere Aufmerkſamkeit richtete ſich ſogleich auf ihn. Wir hatten das Modell zu dem ſchönen Fiſcherknaben vor uns.

Sein ganzes Ausſehen zeugte von Jugend, Geſundheit, Lebens⸗ frithe Er hatte ſichtbarlich ſeine Freude daran, jung und ſchön zu ſein.

Mit ſeinem Opernglaſe überſchaute er das Publikum und endlich haftete ſein Auge auf uns.

Er wandte ſich zu dem Legationsſekretär, ſagte etwas zuerſt zu ihm, hernach zu der Dame, und hernach verließen die Herren die Loge.

Einige Augenblicke darauf traten ſie in die unſrige und der Legationsſekretär ſtellte uns den Marquis Arthur d'Aveyron vor.

Arthur ſagte dem Papa einige verbindliche Worte, welche das Vergnügen ausdrückten, das er darüber empfand, daß er ſeine Bekanntſchaft machte, und fragte, ob er derſelbe Oberſt Björnſtam wäre, welcher mit Anais d'Aveyron ſich verheirathet hätte.

Mein Vater bejahte die Frage, und Arthur nannte ſich einen Brudersſohn von Anais.

Er und ich, wir waren folglich Couſin und Couſine.

Sein Vater und Großvater wohnten auf dem Familienſchloß. Als Arthurs Mutter ſtarb, hatte der Vater ſich von der Welt zurückgezogen, und der Sohn hatte weder den Vater noch den Großvater in den letzten drei Jahren zu Geſicht bekommen.

Er war eben von einer Reiſe ins Ausland, welche er mit ſeiner jungen Frau gemacht hatte, zurückgekehrt. Unter anderem äußerte er auch, daß zwiſchen ſeiner Frau, welche in der Loge uns gegenüber ſaß, und zwiſchen mir eine erſtaunliche Aehnlich⸗ keit ſich fände, welche ihm ſogleich aufgefallen wäre.

Er verließ nach einer Weile unſere Loge, nachdem er ſich ausgebeten hatte, mit ſeiner jungen Frau uns einen Beſuch machen zu dürfen, 3 3