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ſie und das Glück ſtellte. Manche bittere Stunde hätte ſie dann
ſich ſelbſt und dem Geliebten erſpart.“
David faßte Dagmars Hand und ſetzte hinzu:„Was Du damals ſollteſt, wirſt Du jetzt thun.“
Dagmar ſchwieg, ſah aber David mit einem bittenden Blicke an.
„Dagmar,“ begann David wieder in ernſtem Tone:„Du haſt mit deinem geheimnißvollen Thun einen Fehler begangen, welchen Du gut machen mußt. Es wäre ſchlimm, wenn Du nicht den Muth hätteſt, mit mir die Quelle deines ſtillen Kum⸗ mers ſelbſt zu erforſchen; oder ſollte David Unrecht gethan haben, daß er wieder gekommen iſt?“ fragte der Doktor.
„Nein, das hat er nicht!“ rief Dagmar.„Ich werde reden,“ ſetzte ſie hinzu;„obwohl Du nicht weißt, wie viel Du von mir forderſt. Ich habe niemals früher meinen Kummer in Worte gekleidet, und nun, da ich es thun ſoll, ſcheue ich vor dem Laut meiner eigenen Stimme zurück.“
„Aber hernach wird der Kummer,“ fiel David ein,„ſeinen Stachel verlieren, und Du wirſt darüber erſtaunen, daß ein ein⸗ gebildetes Unglück Dir ſo großen Schmerz verurſachen konnte.“
Dagmar erhob den Kopf, aber der bekümmerte Ausdruck war verſchwunden.
„Mag es denn geſchehen,“ und ohne weitere Vorbereitungen begann Dagmar ihre Erzählung.
L. „Während unſeres Aufenthalts in Paris beſuchten wir das
Atelier eines ausgezeichneten Malers. Unter den Gemälden, welche meine Aufmerkſamkeit feſſelten, war ein neapolitaniſcher Fiſcher⸗
knabe. Das Gemälde war von einem jungen Marquis d'Aveyron beſtellt, welcher ſich in Geſtalt eines Fiſchers hatte porträtiren laſſen. Mein Vater wurde nachdenklich bei dem Laute dieſes
Namens, den auch meine Mutter geführt hatte.
„Der Eindruck des Gemäldes verſchwand jedoch bald vor den übrigen, welche einander ablösten. 4


