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kann nicht von einem Unglück ſprechen, welches mir ſo furchtbar ſcheint, und aus welchem es keine Rettung gibt.“.
„Wenn Du ſelbſt nicht davon reden kannſt, mußt Du wenigſtens auf das hören, was ich Dir zu ſagen beabſichtige.“
„Nein, David, nicht einmal das iſt mir möglich,“ fiel Dag⸗ mar ein.
„Wir ſetzen jedoch voraus, daß Du es thuſt; daß Du mich lieb genug haſt, um Dich dieſer Plage zu unterwerfen. Ich will Dir übrigens bloß ein kleines Ereigniß aus der Wirklichkeit er⸗ zählen. Du mußt hören, ohne mich zu unterbrechen.“
„Ich hatte einen Freund,“ fuhr David fort,„einen jungen Arzt, welcher mir einmal die Geſchichte ſeiner Liebe erzählte. Du ſollſt erfahren, wie ſie lautete:
„Er hatte eine junge Verwandte gehabt, ein heiteres und liebenswürdiges Mädchen, welches er von den Kinderjahren an kannte.
„Einige Jahre lang ſahen ſie einander nicht; aber da ſie ſich wieder begegneten, ſagte man ihm, das junge Mädchen leide an einem heimlichen, unerklärlichen Kummer. Man bat den jungen Arzt, demſelben entgegenzuarbeiten. Er widmete ihr ſeine ungetheilte Aufmerkſamkeit und ſuchte durch genaue Beobachtung die Urſache zu erforſchen, um hernach ihre Schwermuth vertreiben zu können. Das erſtere gelang ihm nicht, dagegen ging es mit der letztern beſſer als er zu hoffen gewagt hatte. Sie vergaß allmälig zu weinen und zu grübeln. Sie vergaß die Phantaſie⸗ welt und lebte mit ihm in der Wirklichkeit. Sie liebte den Arzt und wurde von ihm geliebt. Was ſie für ſein Herz war, ver⸗ traute er ihr einmal an, und ihre Antwort war ein Bekenntniß, wie lieb er ihr gleichfalls war. Das Glück öffnete ihnen ſeine Arme, aber das Mädchen ſtieß die Seligkeit von ſich und forderte ihren Geliebten auf zu entſagen. Sie erklärte, ein unheilvolles, ein myſteriöſes Geſchick trenne ſie von einander.
„Er ſuchte die auf, welche Alles für ihn war; er fand ſie an dem Krankenbett eines Verwandten, den letztern mit einer Zärtlichkeit umgebend, welche ihn beſtimmte, von jeder Erklärung abzuſtehen. Er verſuchte deſſen ungeachtet ihr Benehmen ohne


