Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Bäumen verborgen. Er konnte nicht unterſcheiden, wer es war; aber er glaubte es doch zu wiſſen. Er ſchwang ſich ſogleich vom Pferde, deſſen Zügel von einem Mann gefaßt wurden, der hinter dem Stamm einer großen Eiche ſich verborgen hielt.

Der Mann war Olle.

Er deutete auf die Frau am Strande und flüſterte:

Dieſelbe Stelle, wo die Mutter ſich hineinwarf.

David blieb einen Augenblick ſtehen, wie von einer plötz⸗ lichen Offenbarung getroffen.

Eine kleine Weile, und er hatte ſeine Handlungsweiſe be⸗ ſtimmt.

Ein Liedchen pfeifend, ging David mit gleichgültiger Miene und Haltung zum Strand hinab. Sein Schritt war laut; er kam aber deſſen ungeachtet ganz nahe zu der Frauengeſtalt heran, ehe ſie ſich rührte; aber da fuhr ſie auf, als ob ſie aus einem Traume erwachte.

Was ſeh' ich! rief David;biſt Du es, Dagmar?

Er ſtand ganz in ihrer Nähe. Dagmars Angeſicht war von Thränen benetzt.

David erkannte, daß die Zeit zu Bemerkungen nicht tauglich war. Er nahm auch, ohne ein Wort beizuſetzen, ihren Arm, legte ihn in den ſeinigen und führte ſie vom Strande hinweg über die Straße, durch den Park und nach dem Salon, deſſen Glasthüre offen ſtand.

Nicht ein Wort wurde unterwegs geäußert. Beim Eintritt in den Salon zog Dagmar ihren Arm aus dem von David und ſchaute zu ihm auf, indem ſie flüſterte:

Wie gut biſt Du gegen mich!

Und Du wie grauſam biſt Du gegen David, ant⸗ wortete er..

Sprich nicht ſo!

Dagmar verbarg ihr Angeſicht in den Händen.

David zog dieſelben hinweg und bemerkte mit ruhiger und milder Stimme: 3

Haſt Du vergeſſen, was Du einmal verſpracheſt? Es würde mir leid thun, Dagmar, wenn Du dein gegebenes Wort brächeſt.