Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Agnes kam und machte dem Geſpräch unter vier Augen ein Ende.

XLVIII.

Daß Dagmar und David von dieſem Tage an einander öfters ſahen, verſteht ſich von ſelbſt.

Bald kam ſie nach Aengsberga, bald fuhr er nach Haralds⸗ hof, und dazwiſchen trafen ſie ſich auch bei Georg. Sie gingen als gute Freunde mit einander um, aber hüteten ſich gegenſeitig, auf irgend ein zärtlicheres Gefühl hinzudeuten. Dagmar war recht herzlich, aber es ruhte auf dieſer Herzlichkeit eine ſolche Ruhe, daß es Niemand einfiel, darin etwas Anderes als Freundſchaft zu ſehen.

Davids Benehmen war vielleicht kälter und hatte zuweilen einen Schein von Gleichgültigkeit, welcher Frau Waldner ein wenig ärgerte.

Doch gab es trotz dieſes Kaltſinns keine Perſon, deren Ge⸗ ſellſchaft er ſo eifrig ſuchte, als diejenige Dagmars, aber ohne daß er wie früher ſich in ihr Thun miſchte oder ihre Gefühle auszu⸗ forſchen ſuchte.

Es kam niemals vor, wenn er zu Haraldshof vorſprach und Dagmar bleich und ermüdet ausſah, daß er eine Anmerkung darüber machte oder nach der Urſache fragte. Er ſtellte ſich, als ob er nichts merke, und ſchien anzunehmen, daß Dagmar ſo zu⸗ frieden und froh war, wie ſie ſich zeigte.

Eines Abends war David bei einem der Nachbarn geweſen und begab ſich etwas ſpät nach Hauſe. Er kam an Haraldshof auf demſelben Weg vorüber, welchen Ring gefahren war, als er Zeuge davon wurde, wie Dagmars Mutter ihr Leben beſchloß.

Die See lag ruhig und klar da in der hellen Sommernacht. Ueberall war es ſtill in der Nähe und Ferne.

Es ſah aus als ob die Natur in einen lieblichen Traum verſunken wäre.

Plötzlich hielt David ſein Pferd an.

Eine Frau ſaß am Strande. Sie war zur Hälfte von den