Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Du hätteſt mir niemals, Dagmar, einen willkommeneren Gruß bieten können, als in dieſen Worten enthalten iſt, ant⸗ wortete David.Daß ich Dich wieder aufſuchen würde, war ge⸗ wiß und ſicher; aber ungewiß, ob es zur rechten Stunde ge⸗ ſchehen dürfte.

Ich fürchte, daß der Freund länger zögerte, als er ſollte, fiel Dagmar haſtig ein.

Das hat weniger zu bedeuten, wenn David nur nicht zu ſpät kommt.

Dagmar konnte keine Antwort geben; ſie rief Adele. David ſetzte hinzu:

Heute hatte ich nebenbei andere Pflichten, welche mich hie⸗ her führten. Ich komme nämlich, um einige Monate daheim zu bleiben, und mußte ſomit in Haraldshof einen Beſuch machen, um dafür zu danken, daß Du es übernommen haſt, während meiner Abweſenheit meiner Mutter ältern Sohn zu repräſentiren.

Und Du biſt ein berühmter Arzt geworden! unterbrach ihn Dagmar.

Darüber kann ich mich nicht ausſprechen; aber das erſte, worauf ich in meiner Mutter Hauſe ſtieß, war eine Gabe von Dir; das, kann ich betheuern, machte mir eine wirkliche Freude. Eine gute Vorbedeutung war die Gabe, obwohl ein Korb.

Dagmar wich Davids Blicken aus, nahm Adele an der Hand und ſtellte ſie dem Doktor mit den Worten vor:

Adele d'⸗Aveyron, Arthurs hinterlaſſene Tochter.

Dagmar ſchaute zärtlich das Mädchen an, welches dem

fremdem Herrn zunickte und hierauf davon ſprang. Sie hatte

den alten Olle zu Geſicht bekommen und eilte auf ihn zu.

Das Geſpräch zwiſchen David und Dagmar nahm jetzt einen mehr allgemeinen Charakter an. Man redete von Georg. Dag⸗ mar erinnerte David an das Urtheil, welches ſie über ſeinen Bruder gefällt hatte, und David bekannte mit einem Lächeln, daß ſie dem Anſchein nach bei der Beurtheilung von Georgs Gefühlen

einen ſicherern Blick als er gehabt hätte. Darauf bemerkte er:

ch, ich habe Dir ja noch keine Mittheilung von der eigent⸗ lichen Urſache meines Beſuchs gemacht. Schwartz, David Waldner. II. 11