Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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„Ziemlich gut; aber es ſieht aus, als ob Ew. Gnaden ſich nicht ganz wohl befänden.“

Olle betrachtete ſie mit einem mißvergnügten Blick.

„Du meinſt nur ſo,“ entgegnete ihm Dagmar.„Mir iſt immer wohl.“

„Es mag ſo ſein, verſteht ſich; obwohl es erkünſtelt aus⸗ ſieht. Wenn meine kleinen Blumen ihre Kelche zur Erde neigen, anſtatt ſie zur Sonne zu erheben, und wenn die Vögel unruhig bei Nacht herumflattern, ſo iſt es kein gutes Zeichen.“

„Darin kannſt Du recht haben, obwohl ich nicht begreifen kann, welcher Zuſammenhang zwiſchen deinen Blumen und Vögeln und meinem Geſundheitszuſtand ſtattfinden mag. Aber von wegen der Blumen, ich habe Frau Waldner verſprochen, ihr einige von den hellen Levkojen nach Aengsberga zu ſchicken.

„Es verlohnt ſich kaum der Mühe; dort haben ſie jetzt an etwas Anderes zu denken.“

„Was ſoll das ſein?“

„Ach mein Gott, der Doktor iſt ja geſtern Abend angekom⸗ men, und heute ſah ich ihn nach dem Hüttenwerk hinabreiten.“

Dagmars bleiche Wangen färbten ſich mit einem leichten Roth. Olle bemerkte die zarte Farbe und begann ſich mit den Blumen in den Rabatten zu beſchäftigen. Er lächelte für ſich ſelbſt ſo hin und begab ſich nach einer Weile in andere Gegen⸗ den des weitläuſigen Gartens.

Dagmar ſtreckte die Hand nach einem Sommerhut aus, welcher auf einem Stuhle daneben lag, ſetzte ihn auf und erhob ſich, wahrſcheinlich in der Abſicht, einen Spaziergang zu machen; aber in dieſem Augenblick öffnete ſich eine der Salonthüren und ein kleines Mädchen von ſieben oder acht Jahren kam herein⸗ gehüpft.

„Guten Morgen, Mama, Adele will Dich begleiten, Adele will ausgehen,“ rief ſie, und man konnte ſagen, daß Adele un⸗ endlich viel wollte.

Dagmar lächelte, hob die Kleine empor und küßte ſie; aber nachdem das Mädchen ihre Liebkoſungen mit ein paar Küſſen beantwortet hatte, wollte ſie hinaus. Dagmar folgte der Kleinen,

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