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„Wer?“
„Welche? mußt Du ſragen.“ Frau Waldner hielt Dagmars Körbchen, welches mit Maßlieben verziert war, in die Höhe. „Dieſes hier iſt von Dagmar und das andere von Agnes.“
Nun erzählte Frau Waldner von deren Wetteifer und fügte bei, daß Dagmar geſagt hätte, ſie ſtelle David vor.
Der Doktor ſagte nichts; aber als die Mutter etwas ſpäter ihm mit den Beeren aufwartete, nahm er nur von denen, welche Dagmar gepflückt hatte.
Nach dem Souper wollte Frau Waldner die Körbchen wieder an ſich nehmen und aufheben, aber zu ihrem großen Leidweſen war das von Dagmar verſchwunden.
Später am Abend hätte die gute Mutter einen Blick in das „Zimmer der jungen Leute“ werfen ſollen; ſie würde dann wohl dahinter gekommen ſein, welchen Weg das verlorne Körbchen ge⸗ nommen hätte.
XLVII.
In einem Salon zu Haraldshof, deſſen nach dem Garten gehende Glasthüre geöffnet war, finden wir Dagmar in einem hochlehnigen Fauteuil zurückgebeugt. Ihr Angeſicht war bleich, ihr Auge müde und über ihrem ganzen Aeußern weilte ein Ge⸗ präge von Niedergeſchlagenheit. Man wäre beinahe verſucht ge⸗ weſen, Dagmar für kränklich zu nehmen, wenn die Fülle ihrer Geſtalt eine ſolche Annahme nicht Lügen geſtraft hätte.
Auf ihren Knieen lag ein Buch, welches ſie noch nicht ge⸗ öffnet hatte. Die eine Hand hing zur Seite nieder, die andere ruhte auf dem Buche.
So war Dagmar, Gott allein weiß, wie lange dageſeſſen, als Schritte von der Glasthüre ſie aus dem Nachdenken, worein ſie verſunken war, erweckten.
„Guten Morgen,“ ſagte Olle.
Dagmar beantwortete den Gruß, ohne ihre Lage zu ändern.
„Wie geht es heute mit deiner Gicht, lieber Olle?“ fragte ſie.


