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Die Staubwolke hinter den beiden Fuhrwerken hatte ſich noch nicht gelegt, als ein leichter Reiſewagen auf dem Hofe von Aengsberga anhielt.
Frau Waldner hatte jedoch keine Ahnung von dem neuen Beſuch; die kleinen Körbe mit den Beeren waren bei Seite ge⸗ ſtellt worden, und ſie beſchäftigte ſich wieder mit ihren Pflanzen.
Es rauſchte im Laube; es bewegte ſich in den Gängen des Gartens; aber der Arbeitenden waren rings herum ſo viele, daß dieſe Laute die Aufmerkſamkeit der guten Frau nicht erregten. Plötzlich fühlte ſie ſich von ein paar ſtarken Armen umfaßt und eine kraftvolle männliche Stimme rief:
„Iſt bas auch recht und in der Ordnung, daß F Frau Wald⸗ ner in den Blumenbeeten herumſtochert und ſich die Finger mit Erde beſchmutzt?“
„David!“ ſtammelte die überglückliche Mutter und ſchlang ihre Arme um des Sohnes Hals.„Herr mein Gott! liebſtes, liebſtes Kind, wie bin ich ſo erfreut!“
„Davon iſt mein Hemdkragen ein ſprechender Beweis,“ ſcherzte David;„aber zur Strafe dafür, daß Du mich ſo übel zugerichtet haſt, ſollſt Du mich auch den ganzen Sommer hegen und pflegen; ich beabſichtige von Herzens Grund zu faulenzen.“
David küßte der Mutter die Hände, trotz der beſchmutzten Finger. Er war ſo glücklich ſie wiederzuſehen. Frau Waldner weinte und lachte faſt zu gleicher Zeit bei der Vorſtellung, daß ſie den geliebten Sohn ſo lang bei ſich behalten dürfte.
Die Pflanzen wurden nun dem Gärtner anvertraut. Frau Waldner nahm hierauf die kleinen Erdbeerkörbe und führte David in das Haus hinauf, um dort ungeſtört den erſten Abend nach ſeiner Wiederkehr ſich mit ihm zu unterhalten.
„Was willſt Du dich da mit dem Tragen ſelbſt beſchweren?“ fragte David.„Kannſt Du die Körbchen nicht mir anvertrauen?“
„Ich fürchte, Du wirſt ſie verderben; ſie ſind, wie Du ſiehſt, nur von Blättern und Stielen.“
„Nun, was enthalten ſie denn Außerordentliches?“
„Etwas, womit ich Dich bewirthen will. Es hat ſie mir ſelbſt erſt vor einer halben Stunde Jemand zum Geſchenk gemacht.“


