152
ſogleich wieder los und warf einen erſtaunten Blick auf die knieende Dagmar.
Sie trug einen Myrtenkranz in ihrem Haar und war mit einem einfachen Brautkleid angethan.
Ein leichtes Zittern zuckte durch ſeinen Körper und er ge⸗ dachte der Begegnung des Geiſtlichen.
Der Hüttenwerks⸗Arzt legte ſeine Hand auf deſſen Schulter und rief ihn zu ſich ſelbſt zurück.
Die beiden Aerzte gingen aus dem Zimmer. Der erſtere wünſchte von dem Verlauf der Krankheit, von der plötzlich ein⸗ getretenen Verſchlimmerung u. ſ. w. Rechenſchaft zu geben, unter⸗ ſtellte Davids Prüfung die Maßregeln, die er getroffen, und wollte wiſſen, ob etwas Anderes, das ein glücklicheres Reſultat herbei⸗ geführt hätte, zu thun geweſen wäre.
David verſicherte, daß nach ſeiner feſten Ueberzeugung ſich nichts erdenken ließe, was zur Verlängerung von dem Leben des Abgeſchiedenen gedient hätte.
Als die beiden Aerzte ſich trennen wollten und David wieder von Haraldshof abzugehen gedachte, trat Frau Waldner bei ihnen ein.
David hatte nicht bemerkt, daß ſie ſich in der Nähe des Todten befand.
Die Mutter nahm ihres Sohnes Arm. Sie gingen durch einige Zimmer, bis Dapid ſich wieder von Neuem in dem erſten Gemache befand.
„Geliebte Mutter!“ rief David,„was iſt hier vorgefallen? Was bedeutet Dagmars Anzug?“
„Daß dieſelbe einige Minuten, ehe Arthur d'Aveyron ſeinen letzten Seufzer aushauchte, mit ihm getraut wurde,“ antwortete Frau Waldner.„Ich wurde von dem Oberſt erſucht, dem traurigen Akte beizuwohnen.“
David machte keine weitere Frage, ſondern ſagte ſeiner Mutter Lebewohl, indem er verſicherte, daß ſeine Zeit ihm nicht geſtatte, ſeinen Beſuch mehr als nöthig war zu verlängern, und fuhr wieder ab, ohne ein Wort mit Majken oder dem Oberſt gewechſelt zu haben, 3


