Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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durch das Leben finden konnteſt. Als ich abreiste, hoffte ich, dieſer phantaſtiſche Kummer, welchem ſie ſich überließ, würde in demſelben Augenblick verſchwinden, da ihr Herz ſich an Dich feſſelte. Ach, ich wurde leider von dem gewöhnlichen Mißgeſchick betroffen, welchem der Menſch ausgeſetzt iſt, wenn er die Vor⸗ ſehung ſpielen will; ich kam heim, um meine ſchönen Träume von Glück für Dich und ſie zerſtört zu finden. Eine fixe Idee beherrſcht Dagmar, ſo daß ich nun Dich bitten muß: vergiß ſie!“

Majkens Augen ſtanden voll Thränen.

David ſah es nicht.

„Dagmar, Dagmar!“ hätte er mit dem Schmerz der Ver⸗ zweiflung rufen mögen; aber er äußerte mit gedämpfter Stimme:

„Dagmar vergeſſen! Und Du, Majken, forderſt mich dazu auf. Es gibt alſo keine Hoffnung mehr?“

„Nein, ich glaube nicht,“ flüſterte Majfken.

Majken wagte nicht, David anzuſehen, aus Furcht, in ſeinem Angeſicht den Schmerz zu leſen, welchen dieſe Worte verurſachten.

Nachdem er eine lange Weile ſtillſchweigend dageſeſſen, er⸗ griff der Doktor ihre Hand und ſagte mit wiedergewonnener Ruhe:

„Weine nicht, Majken. Ich bin ein Mann und werde als ſolcher mein Schickſal ertragen. Lebewohl! ehe Du nach Haralds⸗ hof fährſt, ſehen wir einander noch einmal.“

XLI. Während des nun folgenden Winters gab es viele Kranke

in*rköping. Doktor D., einer von Davids Amtsgenoſſen, war auch er⸗

krankt, ſo daß David deſſen Praxis neben ſeiner eigenen zu be⸗ ſorgen hatte.

Dieß that er auf eine ſo ausgezeichnete Weiſe, daß er bei⸗ nahe in dem ganzen Landvogtei⸗Bezirk als einer der geſchickteſten Aerzte geprieſen wurde..

Von nah und fern kamen Kranke, um ſich bei ihm Raths zu erholen.

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