Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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von ſeinem Wunſche abzuſtehen. Heute moörgen reiste er ab mit Björnſtam und Dagmar. Ich werde mich in einigen Tagen auch dahin begeben. Wir bleiben dort, bis es dem Höchſten gefällt, Arthur von ſeinem traurigen Daſein zu befreien.“

Eine augenblickliche Pauſe. Davids Stirne war bleich; ſeine Bruſt hob ſich unruhig.

„Wie iſt Dir, David?“ fragte Majken und legte ihre Hand auf ſeine Schulter.„Du ſcheinſt aufgeregt.“

„Vergib mir dieſe Schwäche und geſtatte, daß wir uns mit etwas anderem, als mit mir beſchäftigen. Sage mir,“ ſetzte er hinzu,„aus welchem Grunde Dagmar dieſem Arthur ſo viele Zärtlichkeit beweist, daß ſie ihr eigenes und das Glück derer, welche ſie lieben, für ihn aufopfert?“

„Dieſe Frage kann nur Dagmar beantworten; ich fürchte jedoch, daß ſie es nicht thun wird. Es ſteckt ein Geheimniß hinter dem allem. Wenn ich es jetzt ahne, ſo glaube ich doch kein Recht zu haben, zu verrathen, was ich nur bei mir ver⸗ muthete.“

David begann auf und ab zu gehen. Eine heftige Be⸗ wegung fand in ſeinem Innern ſtatt. Er blieb nach einer Weile ſtehen und rief plötzlich:

„Warum lehrteſt Du mich Dagmar lieben? Warum feſeelteſt Du mein Intereſſe an ſie, da Du doch ahnen mußteſt, daß auch ſie meine Hoffnungen täuſchen und auf immer mein Glück zer⸗ ſtören würde? Ohne Dich wäre ſie nicht geworden, was ſie jetzt für mein Herz iſt. Du haſt wiederum Unglück und Kummer über mein Haupt gebracht.“

„David, ſprich nicht ſo. Meine Abſicht war, Dich zum Glück zu führen. Ich kannte Dagmar, ihr weiches Herz, ihren milden Charakter, ihre romantiſche Gemüthsart, ihre lebhafte Seele und die excentriſche Auffaſſung alles Schönen und Edeln. Ich kannte Dich, wie reich Du nicht bloß an Herz und Verſtand, ſondern auch an Charakter ausgeſtattet warſt. Du ſollteſt Dagmar verſtehen, ſie lieben, wie ſie es verdiente, und ſie war wiederum die Frau, welche unter allen am beſten Dir anſtand. Ihr Alter, ihre Schön⸗ heit, alles bewirkte, daß Du nicht wohl eine beſſere Gefährtin