Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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XL.

Sobald David den Brief geleſen hatte, begab er ſich nach Eriksdal.

Dagmars Schreiben war ein Bild ihres Ichs, aufrichtig und doch geheimnißvoll. In demſelben Augenblick, da ſie ihm ihre Liebe ſchenkte, nahm ſie dieſelbe wieder zurück, ohne von den Gründen, welche ſie dazu zwangen, Rechenſchaft zu geben. Dieſe konnte David indeſſen nicht bei ſich finden; ſie mußte dieſelben angeben, oder ihm das Glück ſchenken, welchem er zu entſagen nicht geneigt war.

David trieb das Pferd unbarmherzig an, wodurch das Thier

um ſo mehr überraſcht wurde, als es bisher gewohnt war, mit einer gewiſſen Schonung behandelt zu werden; aber David war nicht in der Stimmung, andern Gefühlen, als der Ungeduld, welche ihn beherrſchte, Gehör zu geben. . Es war um vier Uhr Nachmittags, als David ſein Pferd an dem Gitterthore in Eriksdal anhielt. Er ſprang ab, warf die Zügel dem Stalljungen zu und ſtand in der nächſten Minute im Vorzimmer.

Die Saalthüre ging auf und Majken trat heraus.

David begrüßte ſie und fragte ſogleich nach Dagmar.

Majkens Angeſicht nahm einen betrübten Ausdruck an, als ſie antwortete:

„Dagmar hat Eriksdal verlaſſen.“

„Dagmar iſt abgereist?“ rief David in einem Tone, der auf einmal darüber aufklärte, was Dagmar für den jungen Arzt war.

„Ja, ſie hat ſich nach Haraldshof begeben und wird eine Zeit lang dort bleiben.“

David ſagte nicht ein Wort. Er folgte Majken ſchweigend in ein Kabinet.

„Wie befindet ſich der Kranke?“ fragte er nach einer Weile.

„Arthur begehrte, ſich nach Haraldshof begeben zu dürfen. Er wünſchte dort zu ſterben, und nichts konnte ihn beſtimmen,