Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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„Nach ſiebenmonatlichem Aufenthalt im Auslande kehrte ich mit Kummer im Herzen zurück und fort war mein Friede und alle meine Hoffnung auf Glück.

„Was es war, das eine ſolche Verwandlung bei mir her⸗ vorbrachte, kann ich Dir nicht ſagen. Ich kann bloß erwähnen, daß an die Bekanntſchaft mit Arthur ſich ſolche Umſtände knüpf⸗ ten, wie ſie ſtörend in meine ganze Zukunft eingreifen mußten.

„In meinem Innern ging eine vollſtändige Umwälzung vor.

„Alles was ich mir von Glück im Leben gedacht hatte, er⸗ bleichte; Freude und Wonne entflohen, und meine Zukunft wurde der Entſagung geweiht.

6„So war ich, als Georg mir zum erſten Mal ſeine Hand anbot.

„Hätte er es vor unſerer Reiſe ins Ausland gethan, wäre meine Antwort darin beſtanden, daß ich mich in ſeine Arme warf und ſagte:„Ich gehöre Dir.“

„Daß ich ſeine Hoffnungen täuſchen mußte, war mir eine bittere Prüfung; ich wußte, wie innig er mich lieb hatte.

„Es drängte ſich inzwiſchen bei dieſer Veranlaſſung trotz meines Schmerzes ein dunkles Gefühl von Zufriedenheit damit ein, daß ich ihm meine Hand nicht ſchenken durfte. Dieſes Ge⸗ fühl würde mich jedoch niemals beſtimmt haben, ihm dieſelbe zu verweigern, wäre nicht ein mächtigerer Grund vorhanden geweſen. Ich unterſuchte nicht gern, aus welcher Quelle es entſprang; aber als Georg einige Zeit ſpäter uns beſuchte und ſagte: David lhuun heim, da verſtand ich zum erſten Mal mein eigenes

erz.. „Es war die Erinnerung an den Helden in meinem ge⸗ träumten Roman. Ich hatte der Bewunderung, welche ich für Dich hegte, keine Form gegeben; aber ich that es, als Du nach einer Abweſenheit von mehreren Jahren an meiner Seite ſtandeſt.

„Mit innerem Kummer las ich in deinem Angeſicht, daß

Du in mir Majken zu ſehen erwarteteſt. Was ich da empfand, klärte mir auf, daß jeder Schlag meines Herzens Dir gehörte.

„Ja, ich hatte als Kind Dich geliebt, da ich dein Glück be⸗ neidete; ich hatte Dich als ganz junges Mädchen geliebt, da ich