Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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wunderliche Begebenheiten, bis daß Majken ihre Hand an meine Erziehung legte.

„Mit ihrer Bekanntſchaft fing eine neue Zeit an.

„Ihr Einfluß auf mich wurde groß.

„Ich vergaß die Mährchenwelt um der Liebe willen, die ich zu ihr empfand. Sie flößte mir Luſt zum Lernen ein, und meine Gedanken hefteten ſich auf vernünftige Gegenſtände.

„Ich übergehe auch die drei erſten Jahre ihres und meines Zuſammenlebens.

„Du trateſt hernach zu Haraldshof auf.

„Dein Anblick erweckte meinen Neid.

„Ich ſuchte mich damit zu tröſten, daß Haraldshof mein werden ſollte; aber dieſen Troſt entzog mir Majken, und ich mußte mich nach einem andern umſehen. Ich beſchloß eine gleich gute Tochter zu werden, wie Du dem Gerüchte nach ein guter Sohn warſt. Ich hatte eben dieſen ſchönen Entſchluß gefaßt, als Georg zu uns kam.

„Er war jünger als Du und bewies mir vom erſten Augen⸗ blick an ein Wohlwollen und eine Aufmerkſamkeit, welche Du Majken widmeteſt. Mein Herz heſtete ſich ſogleich an ihn. Er wurde mein Freund, mein Vertrauter, mein Spielkamerade und Theilnehmer an Freud und Leid von mir.

„Bald entdeckte ich, daß Du Majken lieb hatteſt. Dieß ſetzte wieder meine Phantaſie in Bewegung.

„Du wurdeſt der Held in dem Roman, welchen ich mir ſelbſt diktirte.

„Meine verſtorbenen Eltern bekamen Ruhe in ihrem Grabe. Ich brachte alle einſamen Stunden damit zu, daß ich an Ereig⸗ niſſe dachte, in welchen ihr, Du und Majken die Hauptfiguren werden ſolltet. 3

„Ich wurde unter dieſen Träumereien Dir weniger fremd; Du gehörteſt gleichſam mir an, und ich legte Dir und Majken höhere und edlere Eigenſchaften bei, als diejenigen, welche auf mein und Georgs Loos gefallen waren..

„Am erſten Abend bei der Großmutter wurdeſt Du mein Vertheidiger.