Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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wird, ſich für einen jüngern Mann aufopfert, deſſen Stellung zu ihr nicht recht erkennbar iſt, mußte für ein von Natur eiferſüch⸗ tiges Gemüth höchſt peinlich ſein.

David fühlte ſich auch zuweilen verſucht, Dagmar zu ſagen, daß ſeine ärztliche Rolle unter ſolchen Verhältniſſen beinahe ſeine Kräfte überſtiege, und daß er recht daran zu thun glaubte, wenn er ſeinen Amtsbruder mit der Behandlung Arthurs beauftragte; aber ſein Gewiſſen ließ ihm eine ſolche Handlungsweiſe nicht zu. Doktor D. war nicht als beſonders eifrig bekannt, und hier war Eifer und Geſchicklichkeit erforderlich. Davids Stolz gebot ihm überdieß, ſich aller dieſer Marter, welche ihm Liebe und Eiferſucht ſchufen, zu unterwerfen.

Er konnte indeſſen ein Gefühl der Bitterkeit gegen Dagmar nicht unterdrücken, welches den Beweis lieferte, wie lieb ſie ihm war, und dennoch die Maske der vollkommenſten Gleichgültigkeit annahm, die ihm mauche ſchwere Plage verurſachen ſollte.

Dagmar hatte keinen Gedanken mehr für ihn und ſie hätte ihm doch einige Rechnung dafür tragen ſollen, daß er mit ſolcher Sorgfalt und Gewiſſenhaftigkeit dieſen Arthur behandelte, für welchen ſie ihn aufopferte.

Woche um Woche verging.

Der Kranke war auf dem Wege der Beſſerung und konnte jetzt ganze Tage auf dem Sopha ruhend zubringen. Majken und Dagmar umgaben ihn mit allem, was ihn zerſtreuen und auf⸗ muntern konnte.

Die Gefahr, in der ſein Leben ſchwebte, war für dieſes Mal verſchwunden; aber die Krankheit war von der Natur, daß wenn Arthur auch den Winter überlebte, er doch höchſt wahrſcheinlich nicht mehr ſehen durfte, wie die Erde ſich in die Pracht des Sommers kleidete. Dieß hatte David ſowohl dem Oberſt als Majken mitgetheilt, und beide hatten dabei geäußert:

„Am beſten für ihn, wenn er ſterben kann.“

Arthurs Zuſtand erheiſchte jedoch nicht länger die tägliche und ſtündliche Gegenwart des Arztes, und. David beſuchte ihn deßhalb nur ein paar Mal in der Woche. 4