Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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ſich, wie der Knecht verſicherte, bei guter Geſundheit. Sollte es alſo Dagmar ſein, welche erkrankt war?

Bei ſeiner Ankunft wurde er von„Herr Peter“ empfangen, welcher ihn erſuchte, zu dem Fräulein hinaufzugehen. Ohne die Zeit mit Fragen zu verlieren, begab er ſich dorthin.

Im Arbeitszimmer befand ſich nur ein Domeſtike. David ging nach dem Schlafzimmer, ſchob die Gardinen zurück und trat ein.

Am Bette ſaß Majken, und auf der andern Seite ſtand der Oberſt. Jemand lag auf den Knieen neben Majken.

Es war Dagmar.

„Wer war alſo der Kranke?“

David trat näher.

Dislar richtete ſich auf. Ihr Angeſicht war in Thränen gebadet.

„Gott ſei gelobt, daß Du kommſt,“ riefen ſie und Majken zu gleicher Zeit.„Hilf, wenn es noch Hilfe gibt!“ ſetzte Dagmar hinzu und zog ſich auf die Seite.

David ſtand vor dem Bett, hätte aber beinahe einen Ruf der Beſtürzung ausgeſtoßen, als ſein Blick auf den fiel, welcher dort ruhte.

Die Züge waren David nur allzu wohl bekannt, obwohl ſie jetzt, von Krankheit verſtört, nur ein Schatten des ſchönen Bildes waren.

Es gab einen kurzen aber peinlichen Streit zwiſchen dem Arzt und dem Menſchen, beim Anblick dieſes Geſichtes, welches ihm ſchon ſo manchen bittern Schmerz verurſacht hatte; aber der Kampf war ausgekämpft, als David die Hand des Patienten faßte. David unterſuchte den Kranken, welcher in vollkommen bewußtloſem Zuſtande dalag, und ſtellte darauf einige Fragen, welche der Oberſt beantwortete.

Arthur d'Aveyron— ſo lautete deſſen Name— war ſeit mehreren Jahren krank geweſen. Zuerſt am Geiſte, ſo daß er in eine Irrenanſtalt gebracht werden mußte. Als er ſeinen Ver⸗ ſtand wieder fand, war die Bruſt angegriffen. Er hatte hernach längere Zeit in Italien verweilt, und ſchien in den letzten Mo⸗