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nach Schweden zu folgen. Sie wünſchte, er ſollte noch ſo lang fortbleiben, bis die heimathliche Luft ihre Geſundheit wiederherge⸗ ſtellt hätte. Sie brachte einen Brief an meine Mutter von Wil⸗ helm mit. Hildur's Krankheit war die Urſache von Wilhelms langem Stillſchweigen geweſen.
„Hildur wünſchte den Sommer in Haraldshof zuzubringen.
„Ich hatte von Wilhelm den Auftrag erhalten, das Gut während ſeiner Abweſenheit in Verwaltung zu nehmen, ein Um⸗ ſtand, welcher zur Folge hatte, daß wir, Hildur und ich, täglich beiſammen waren.
„Sie vertraute mir während dieſer Zeit an, daß das Band zwiſchen ihr und Wilhelm gelöst wäre, daß aber der Vater da⸗ von nichts wüßte, und ich ebenſo wenig unſere Mutter davon unterrichten dürfte.
„Ich ſterbe noch vor dem Herbſt, ſagte ſie, und will als Wilhelms Braut ſterben, mit ſeinem Ring an meiner Hand, und ohne Jemand ahnen zu laſſen, daß er ſeine Treue mir gebrochen. Er iſt unſchuldig; den Gefühlen des Herzens läßt ſich nicht be⸗ fehlen. Ich habe ohne Groll ihm ſeine Freiheit zurückgegeben. Mein Vater und Wilhelms Mutter würden vielleicht ſtrenger ſein; ſie würden ihn anklagen, daß er die Urſache meiner Krankheit ſei, und das könnte ich nicht ertragen.
„Zu Ende Auguſts erloſch Hildur's Leben. Ihr letzter Wunſch war, auf dem Gottesacker in der Nähe von Haraldshof begraben zu werden.
„Er wird dann zuweilen mein Grab beſuchen, und freund⸗ lich an Hildur gedenken, hatte ſie geſagt.
„Als Hildur ſtarb, war Wilhelm in England; er hatte von dort mehrere Briefe an ſie und auch an mich geſchrieben.
„Unſere Mutter, welche fürchtete, ihr Sohn könnte den Ver⸗ luſt ſeiner Braut allzu tief nehmen, im Fall er ihm ſchriftlich mitgetheilt würde, forderte mich auf, nach London zu reiſen, und ſo ſchonend als möglich ihm die Trauerpoſt beizubringen.
„Ich reiste. Es regte ſich in mir der lebhafte Wunſch, zu erfahren, warum Wilhelm ſich in der großen Weltſtadt aufhielt. War es eine neue Leidenſchaft, welche ihn an dieſelbe feſſelte?


