Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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„Bei der nun folgenden Zeit zu verweilen, iſt unnöthig.

„Erklärungsweiſe will ich jedoch erwähnen, daß Wilhelm bei ſeinem erſten Beſuch in Paris die Bekanntſchaft von Fräulein Anais gemacht und daß letztere einen ſolchen Eindruck auf ihn hervorgebracht hatte, daß er über Hals und Kopf von Paris ab⸗ reiste, um nicht zu einer Untreue gegen ſeine Braut verleitet zu werden. Bei der Heimkehr beſchleunigte er die Verlobung und hoffte, wenn das Band der Pflicht ihn an Hildur feſſelte, würde der Eindruck von Anais gänzlich verſchwinden.

„Ein unfreundliches Geſchick wollte indeſſen, daß er ſie zu Neapel wieder ſehen ſollte. Mit dieſem Wiederſehen war ihr Sieg über ſein Herz ſo vollſtändig, daß weder Vernunft noch Pflicht etwas über ihn vermochte. Unter irgend einem Vorwand, Gott allein weiß welchem, trennte ſich Wilhelm von ſeiner Braut und reiste nach Paris.

„Alles, was ich ſagte, um ihn zu beſtimmen, zu Hildur zu⸗ rückzukehren, blieb ohne Wirlung. Er konnte Paris nicht ver⸗ laſſen, und meine Worte hatten nur den Erfolg, daß er ſo all⸗ mälig mir auszuweichen anfing.

„Sjöqviſt, welcher ſchon bei deſſen erſter Reiſe in's Ausland in ſeinem Dienſte ſtand, wurde nicht bloß der heimliche Brief⸗ und Blumenträger an Anais, ſondern er ſteigerte auch meines Bruders Leidenſchaft durch Erzählungen aus dem Munde von Anais' Kammerfrau, welche alle darauf hinausliefen, Wilhelm die Ueberzeugung beizubringen, daß er geliebt wäre. Es lag in Sjöqviſt's eigennützigem Intereſſe, auf alle mögliche Weiſe die Neigung ſeines Herrn zu der ſchönen Franzöſin anzufachen. Jedes Wort, welches er von ihr mittheilte, trug ihm eine frei⸗ gebige Belohnung ein.

„Ich wollte unter ſolchen Verhältniſſen nicht in Paris blei⸗ ben, ſondern reiste ab, niedergeſchlagenen Sinnes, weil ich vor⸗ ausſah, wie es kommen würde.

„Von Schweden aus ſchrieb ich an Wilhelm und ſtellte ihm vor, wenn er von Fräulein d'Aveyron nicht ablaſſen könne, er⸗ fordere es die Ehre, daß er wenigſtens die Verlobung mit Hildur

auflöſe. Ich ſprach von dem Kummer, in welchen er unſere