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den Himmel und in Geſellſchaft von ihr, welche er ſeiner Ver⸗ ſicherung nach immer höher liebte, zuzubringen.
„Einige Zeit nach Empfang dieſes Briefes— es war im Herbſt— hatte der ſchwediſche Geſandte zu Paris eine größere Geſellſchaft bei ſich. Ich war auch unter den Gäſten.
„Die Schönſte unter den Schönen war an jenem Abend ein Fräulein von Aveyron. Sie war ſo ſchön, daß ich niemals ein idealeres, engelmäßigeres Geſicht erblickt hatte, und zugleich excentriſch und phantaſtiſch, wie nur eine Franzöſin ſein kann. Jede ihrer Launen war ein Geſetz für ihre Umgebung. Sie würde ſich ſelbſt überraſcht gefühlt habeis, wenn Jemand auch nur voraus⸗ geſetzt hätte, daß ſie von einer einzigen derſelben abſtehen ſollte. Fräulein d'Aveyron war von Bewunderern umgeben und benahm ſich gegen ſie wie eine Königin gegen ihre Vaſallen.
„Es ſchien mir, wie ich ſie betrachtete, als ob die launiſche Herrſcherin heute beſonders ungnädig gegen ihre Anbeter wäre. Sie zeigte ſich zugleich unruhig, und dieß gab mir zu der Ver⸗ muthung Anlaß, daß ſie einen Günſtling hatte, den ſie er⸗ wartete.
„Ich konnte unmöglich meine Augen von der ſchönen Frau losreißen. Plötzlich ſah ich ihr einnehmendes Geſicht mit einer lebhaften Röthe ſich übergießen; ein Ausdruck von Freude und Schüchternheit verbreitete ſich darüber und die Unruhe verſchwand.
„Der Erwartete war ſomit gekommen.
„Ich ſuchte unter allen dieſen Männern zu entdecken, wer es ſein könnte, und gewahrte ſo einen jungen Mann, welcher ſich der Schönen näherte. Ich ſah ihn nur von der Rückſeite, aber deſſen ungeachtet kam er mir wie ein alter Bekannter vor. Sein lockiges Haupt hatte ich, ſo lang ich zurückzudenken vermochte, gekannt. 3
„Er grüßte mit einem ſanften Lächeln. Ich zog mich zur Seite, um ſein Antlitz zu ſehen. Ich hatte mich nicht getäuſcht, es war— Wilhelm.—
„Was ich empfand, iſt zu ſchildern überflüſſig. Eine traurige Ahnung ſagte mir, daß mein armer Bruder verloren, daß Hil⸗ durs Glück vernichtet war..
Schwartz, David Waldner. II. 4


