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Der alte Olle ſah ſie an. Er hatte niemals auf andere Weſen außer Hektor und Dagmar viel gehalten. Wir räumen Hektor die erſte Stelle ein, weil er wirklich im Beſitz derſelben war. Olle hatte ihn in deſſen jungen Jahren gepflegt und ihm eine Erziehung gegeben. Dagmar nahm nur die zweite Stelle in ſeinem Herzen ein; aber dieſe war auch nicht zu verachten. Wäre Dagmar auch noch ſo arm geworden, Olle würde ihr ge⸗ folgt ſein und ihr gedient haben. Sie hatte er ganz wie eine Pflanze aufwachſen ſehen und ſich an ſie gehängt, wie er es bei den kleinen Blumen im Garten that; aber die Ergebenheit gegen die herangewachſene Frau hatte ſich mittlerweile dermaßen ent⸗ wickelt, daß ſie mit der treuen Freundſchaft Hektors gegenüber von ſeiner Herrin wetteifern konnte.
„War Lieutenant Broolind bei dem Doktor?“ fragte Dag⸗ mar, als ſie ſich geſammelt hatte.„Das iſt wohl nicht möglich.“
„Ja, doch; ich ſchaute ihm gerade ins Geſicht.“
„Was kann er wollen, und wie kann er in Davids Geſell⸗ ſchaft kommen?“ äußerte Dagmar, mehr mit ſich ſelbſt als mit dem treuen Diener redend.
Olle ſchwieg. Dagmar reichte ihm die ſilberne Schale mit den Worten:
„Trage ſie hinauf zu Frau Thorén und ſage ihr, daß ich nicht zum Frühſtück komme.“
Sie ſchritt den Gang hinunter und verließ den Garten.
XII.
Der Mittagstiſch ſtand gedeckt, als Dagmar in den Salon trat, wo Majken eben damit beſchäftigt war, Blumen in einer der Vaſen zu ordnen.
„Sind unſerer ſo viele beim Eſſen?“ fragte Dagmar.
„Ja, dein Vater hat den ganzen Vormittag Gäſte gehabt, und dieſelben werden hier bleiben.“
„In dieſem Fall bin ich unpäßlich. Ich habe Kopfweh be⸗ kommen.“ 2


