„Ja, allerdings, und etwas Anderes iſt er mit Ihrer Er⸗ laubniß nicht. Hier wachſen ja Blumen und Gemüſe wie anders⸗ wo. Gleicht dieß einem Herrſchaftsgarten, ſo will ich ein Kohl⸗ kopf werden. Anders war es in....“
„Ei, kein ſo dummes Geſchwätz, Olle,“ unterbrach ihn Dag⸗ mar;„laß mich vielmehr einige ſchöne Birnen auswählen, um ſie auf den Frühſtücktiſch zu ſetzen.“
Olle reichte ihr den Korb mit dem gepflückten Obſt.
„Nichts als ſaures Zeug, taugt nur dazu, den Ferkeln vor⸗ geworfen zu werden; nein, anders war es in....“
„Da kommt Jemand angefahren,“ rief Dagmar.„Spring nach dem Gitterthor und ſieh, wer es iſt.“
Olle ſtellte den Korb beiſeite. Dagmar legte die ausgewähl⸗ ten Birnen auf eine kleine ſilberne Schale, welche ſie bei ſich hatte.’ Sie hatte allerdings Olle aufgefordert, ſich zu beeilen; aber Eilfertigkeit war nicht ſeine Sache; er ſchlenderte vielmehr ganz ſachte und behutſam nach dem Gitterthor und blieb dort ſtehen. Dagmar hörte ihn ausſtoßen:
„Pfui Teufel! Der iſt es!“
Das junge Mädchen drehte ſich um, konnte aber nichts anderes als die groben Umriſſe des alten Gärtners ſehen.
„Olle!“ rief ſie.
Dießmal legte er ſeinem Eigenſinn Zügel an und gehorchte dem Rufe. 3
„War es ein Fremder, der angekommen?“
„Ja; der Doktor und ein Anderer.“
„Kannteſt Du den Andern?“
„ So gut als ich Sie kenne, Fräulein; aber ich bin nicht im Stande, ſeinen Namen auszuſprechen.“
„Aber ich wünſche es zu wiſſen.“
„Ich glaube es nicht ganz; mir dünkt vielmehr, das Fräu⸗ lein möchte lieber dem Herrn die Couſinſchaft aufkünden.“
„Couſinſchaft?“.
Dagmar erbleichte. Sie hatte nur einen Couſin und an den konnte ſie ohne eine Empfindung bittern Verdruſſes nicht denken.


