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Ohne weitere Antwort nahm David die Verſchreibung Chri⸗ ſtophs und übergab dem ehemaligen Kammerdiener den Beweis für den von ſeinem Sohne begangenen Fehler. Sjöqpiſt betrach⸗ tete die Schrift eine Weile, machte dann Feuer mit einem Zünd⸗ hölzchen und hielt das Papier daran. Als die Flamme es ver⸗ zehrt hatte, zertrat er die Aſche mit dem Fuße und ſeufzte dann tief auf.
„Der Väter Miſſethaten werden an den Kindern geſtraft,“ äußerte er.„Von meinem Vater habe ich einen entehrten Namen und einen unredlichen Charakter geerbt. Ich meinerſeits will nicht, daß mein Sohn durch ein ſolches Erbe leiden ſoll, und darum wandte ich alle mögliche Mühe an, ihm eine gute Er⸗ ziehung zu geben und ihn ſeiner Mutter ähnlich zu machen; aber als die Verſuchung kam, forderte die Natur ihre Rechte, und die Folgen ſeines Fehlers wurden ſchlimm.
„Ich hatte allerdings die Papiere meines verſtorbenen Herrn mir zugeeignet, um dem Oberſt dadurch Verdruß zu erregen; aber es war niemals meine Abſicht, einen weitern Gebrauch davon zu machen. Erſt als Chriſtophs Eingriff in fremdes Eigenthum mir bekannt wurde, erwachte in mir der Gedanke, die Briefe an die Oberlandrichterin zu verkaufen und mir dadurch das Geld zur Bezahlung von Chriſtophs Schuld und zur Deckung der Koſten für ſeine Studien anzuſchaffen. Mein erſter Verſuch damit hatte keine ſo glücklichen Folgen, wie ich gehofft hatte, und die Urſache davon war der Herr Doktor. Ich hatte inzwiſchen einmal den Fuß auf einen Weg geſetzt, welcher Geld einbringen und einen nie ganz erloſchenen Groll gegen den Oberſt befriedigen konnte. Ich gelangte auch zu dieſem doppelten Ziele dadurch, daß ich dem Lieutenant Broolind verſchiedene Aufklärungen gab. Hätte Chriſtoph ſich nie an Ihrem Gelde vergriffen, ſo würde ich auch nie dazu gekommen ſein, mich von Neuem in die Angelegenheiten der Björnſtam'ſchen Familie zu miſchen.“
Sjöqviſt ſchwieg. Chriſtoph ſaß mit geſenktem Kopfe da. David hatte jetzt eine ſehr bequeme Gelegenheit, um wahrzunehmen, wie geneigt der Menſch immerdar iſt, die Schuld von ſich ſelbſt auf andere zu wälzen.


