Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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David ſchloß ſelbſt die Thüre hinter ihm, wandte ſich dann plötzlich zu Sjöqviſt und ſagte ohne Umſchweife:

„Wo haben Sie Wilhelm Björnſtams Trauſchein?“

„Trauſchein?“ wiederholte Sjögviſt mit Erſtaunen;„wenn ein ſolches Papier vorhanden iſt, was unwahrſcheinlich ſein dürfte, ſo befindet es ſich nicht in meinem Beſitze.“

„Hüten Sie ſich zu leugnen!“ fiel David ein.„Ich weiß gewiß, daß Sie dieſes Dokument hatten, und ich rathe Ihnen jetzt, wenn auch zum erſten Mal in Ihrem Leben, ehrlich zu antworten. Sie haben bereits allzu oft meine Geduld auf die Probe geſtellt, indem Sie Ihren Verſprechungen untreu wurden, 1 als daß ich geneigt ſein ſollte, mich länger gegen Sie edelmüthig zu zeigen.“

„Ich habe kein Verſprechen gebrochen. Nein, Herr Doktor,“ fiel Sjögviſt ein und nahm dabei eine ganz zuverſichtliche Miene an. Es ſchien, als ob er wenigſtens in dieſer Beziehung ſich nichts vorzuwerfen hatte.

David war auch wohl verſichert, daß er Unrecht hatte, als er gleich darauf äußerte:

„Nun wohl!, ſo iſt es vielleicht ein Irrthum. Ich will mich darum bei dieſem Gegenſtande nicht länger aufhalten. Laſſen Sie uns ſtatt deſſen von dem reden, was Ihnen angenehmer ſein mag. Sie haben einen Sohn.“

Sjögqviſt runzelte die Stirne.

„Er ſteht im Begriff, eine gute Partie zu machen und hat 3 eine ſehr ſchöne Zukunft vor ſich. Er wird nicht nur ein ge⸗ borgener, ſondern man kann ſagen, ein vermöglicher Mann wer⸗ den, im Fall Alles ſo bleibt, wie es jetzt iſt. Merken Sie ſich, ich ſagte: im Fall.“

Sjögviſt heftete einen finſtern Blick auf David, welcher, ohne darauf zu achten, fortfuhr:

„Wie ganz anders hätte nicht ſein Schickſal ausſehen können, wenn....— „Herr Doktor,“ rief Sjöqviſt erſchrocken,„reden Sie nicht von den Fehlern und Irrthümern, welche ſich aus meines Sohnes früherer Jugend datiren; ſie ſind ja durch ſeinen ſpätern Wandel