Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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genauer zu ſtudiren und ſich mit Sicherheit zu überzeugen, wie weit ſie wirklich von einer unerklärlichen Schwermuth, welche in Geiſteskrankheit übergehen könnte, gequält würde, oder ob ihr Kummer von minder gefährlicher Natur wäre.

VII.

Einige Tage vergingen und David war wieder in Eriksdal.

Dagmar ſaß auf der Veranda und arbeitete, und als David ſie dort aufſuchte, ſah ſie ſchwermüthig und traurig aus; aber das Lächeln hatte ſeinen Weg zu ihren Augen und Lippen ge⸗ funden, als ſie ihn begrüßte. Dagmar vermochte jedoch den ge⸗ wöhnlichen heitern Ton nicht anzunehmen: ein Umſtand, der zur Folge hatte, daß ſie nach dem Austauſche der erſten Begrüßungen eine Weile ſchwiegen.

David betrachtete Dagmar mit einem forſchenden Blick, als wünſchte er in ihrer Seele zu leſen.

„Sage mir, Dagmar,“ begann er hierauf, ſeine Gedanken unter⸗ brechend,„warum haſt Du es abgelehnt, Georgs Frau zu werden?“

Dagmars Wangen färbten ſich purpurroth..

„Steht dieß etwa im Zuſammenhang mit dem Geheimniß, welches Du mir anvertraut haſt?“ fragte David weiter.

Jetzt trat alle Farbe von Dagmars Wangen zurück, als ſie ihr Nein flüſterte.

„Haſt Du aufgehört, Georg lieb zu haben?“

„Wie wäre das möglich? Mit Ausnahme von meinem Va⸗ ter und Majken gibt es Niemand, auf den ich ſo viel halte, wie auf Georg. Ich begreife nicht, wie meine Gefühle für ihn ſich verändern könnten.“

„Und doch beraubſt Du ihn des Glücks, in deſſen Genuß er eines Tags zu gelangen ſo ſicher war?“

„Ich konnte nicht anders handeln. Gott allein weiß, ob der Schmerz, welchen ich Georg verurſachte, bitterer ſein könnte, als derjenige, welchen ich damals ſelbſt empfand.“

„ 8Du haſt ihn empfunden,“ fiel David ein,„aber Georgs Leiden dauert noch fort.“