Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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etwas zum Nachgrübeln haben. Ich möchte erfahren, was es iſt. Zuweilen beunruhigt mich meine Unkunde, aber ich fürchte gleich⸗ wohl, mir ein Vertrauen möglicher Weiſe zu erzwingen, das ſie mir zu gewähren Bedenken trägt. Um ihre Umgebung irre zu leiten, zeigt ſie ſich beſtändig froh, aber es gelingt ihr nicht immer, hinter der lächelnden Maske ihre Schwermuth zu verbergen.“

„Sollte dieß alles nicht eine Ausgeburt deiner lebhaften Ein⸗ bildung ſein, Majken?“ fragte David,„und daher kommen, daß Dagmar eine ungleichartige Gemüthsart hat?“

„Gäbe Gott, es wäre ſo!“

3 Majken und David wechſelten einen ſchnellen Blick mit ein⸗ ander.

Jetzt fiel ihm ein, daß Dagmars Mutter gemüthskrank ge⸗ weſen war. David empfand eine peinliche Bewegung bei dem Gedanken daran. Er verjagte jedoch ſogleich die Möglichkeit einer ſolchen Vorausſetzung und nahm wieder das Wort.

„Dagmar hat einen ſtarken Körper, und von Seiten ihres Geiſtes haben wir, glaube ich, keine Kränklichkeit zu beſorgen. Grübelt ſie über etwas nach, ſo gilt es nur ihrem Vater. Sie liebt ihn mehr, als man nur zu ahnen vermag.“

David dachte an den Inhalt jenes Papiers, das er geleſen hatte, und glaubte darin eine Erklärung für Dagmars geheimen Kummer zu haben, im Fall ſie wirklich mit einem ſolchen be⸗ haftet. wäre.

„Ich erwartete bei meiner Heimkehr Dagmar mit Georg ver⸗ lobt zu finden; aber zu meinem großen Erſtaunen erkenne ich, daß Alles ſo iſt, wie damals, als ich abreiste.“

„Wir haben auch daſſelbe gehofft,“ antwortete Majken,„und Georg glaubte ſich der Liebe von Dagmar ſo ſicher, daß er die Möglichkeit eines Korbes gar nicht vorausſetzte. Es fiel uns allen auch ſehr ſchmerzlich, als Dagmar mit Beſtimmtheit das Anerbieten ſeiner Hand ausſchlug.“

„Hat Georg um ſie angehalten?“

„Ja, und Dagmar hat mit Nein geantwortet.“

„Was war der Grund, daß ſie ihm einen Korb gegeben??