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„Nun ja; ich habe mich auch nicht dafür bekannt gemacht, daß ich beſonders verſtändig wäre. Aber laſſen wir das. Haſt
Du Briefe von Georg? Es wäre mir recht lieb, etwas von ihm zu
vernehmen.“
„Korrreſpondirt ihr denn nicht mit einander?“
„Nein.“
Dagmar ſpielte mit einigen Blumen und ſah verlegen aus. David merkte dieß und wollte keine weitere Frage machen. Zu⸗ dem kam Maſken aus dem Treibhauſe heran. Die blaſſen Wangen des jungen Arztes bekamen eine lebhaftere Farbe, als er die Hand, welche ſie ihm bot, ergriff und drückte. In dieſem Augenblick kam Botſchaft von Frau Thorén mit dem Erſuchen, Dagmar möchte hinauf kommen und ſo blieben Majken und David allein.
David fühlte ſich äußerſt verlegen. Majken ſchien jedoch nicht darauf zu achten. Ihre Stimme klang ganz wie gewöhn⸗ lich, als ſie äußerte:
„Scheint es Dir nicht, David, als ob mit Dagmar, ſeitdem Du fort geweſen, eine Veränderung vorgegangen?“
„Sie hat ſich auf eine wunderbare Weiſe vervollkommt und beſitzt in Haltung und Benehmen eine in die Augen fallende Aehnlichkeit mit ihrer Stiefmutter.“
„Sehr ſchmeichelhaft für mich,“ verſetzte Majken lächelnd. „Dagmar hat eine gute Haltung und gute Manieren. Aber das war es nicht, worüber ich dein Urtheil vernehmen wollte. Ich wünſchte zu wiſſen, ob Du ſie ebenſo munter und ſorglos fändeſt wie früher.“
„Dagmar ſcheint daſſelbe hurtige und lebensfriſche Mädchen zu ſein, das ſie immer geweſen; man ſieht keine Wolke des Kummers auf ihrer Stirne.“
„Nicht? Mir kommt es indeſſen vor, als ob ein Schatten von Kummer über ihrem ganzen Weſen liege.“
„Der Gedanke an den Vater iſt es, der denſelben hervor⸗
gerufen,“ antwortete David.
„Ich glaube nicht, daß dieſes die Hauptſache iſt. Dagmar iſt ſo, ſeitdem wir von unſerer Reiſe in's Ausland zurückkehrten, ſomit ehe die Erbſchaftsfrage zur Sprache kam. Sie muß irgend


