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„Vertraue mir daſſelbe an,“ bat David;„ich kann vielleicht etwas zur Aufklärung der Verhältniſſe thun.“
„Gäbe Gott, daß ich es wüßte. Was ich argwöhne, will ich Dir indeſſen ſagen.“
Dagmar blieb ſtehen, ſchaute rings herum, legte ihre Hand auf Davids Schulter und flüſterte ihm einige Worte ins Ohr.
„Iſt es möglich!“ rief David und ſtarrte das junge Mädchen an. Sie lächelte traurig.
„Die Beſtätigung dafür ſollſt Du erhalten, wenn wir heim⸗ kommen. Ich werde Dir ein Papier zeigen, welches meine Worte bekräftigt. Du fragſt vielleicht, wie ich in den Beſitz davon gekommen ſei? Es hat mir gehört, ſeitdem ich neun Jahre zählte. Mein Vater war damals verreist; ich bemächtigte mich der Schlüſſel in ſeine Wohnung und begab mich dorthin, was mir ſonſt während ſeiner Anweſenheit nicht geſtattet war. Ich wanderte durch alle Zimmer und durchſtöberte Alles. In ſeinem Arbeits⸗ kabinet angekommen, fand ich eine beſondere Freude daran, jeden Gegenſtand auf ſeinem Schreibtiſch genau zu unterſuchen, und entdeckte dabei, daß der Schlüſſel zu einer Schublade ſtecken ge⸗ blieben war. Ich zog ſie heraus. Da lagen größere und kleinere Haufen Silbermünze von ungleichem Werthe, und weiter hinein ein Etui von rothem Maroquin. Ich öffnete es. Darin befand ſich die Einfaſſung vermuthlich zu einem Porträt, welches jedoch fort war, und zugleich ein zuſammengelegtes Blättchen Papier mit meines Vaters Handſchrift. Ich hatte eben leſen gelernt; ich ſchlug es alſo auseinander, um mir von deſſen Inhalt Kunde zu verſchaffen; aber in demſelben Augenblick hörte ich Schritte im äußern Zimmer. Das Papier wurde in meine Taſche geſteckt, und als Tante Thorén eintrat, ſtand ich mitten im Zimmer. Am Abend nahm ich das beſchriebene Stück Papier heraus und buchſtabirte es durch. Der Inhalt war von der Art, daß ich ſeitdem das Schreiben nicht nur im Gedächtniß behielt, ſondern es auch wohl verſteckt aufbewahrte. Von dem Tage an fürchtete ich mich vor Fremden, und lange war es mir, als ob irgend ein Unheil mich verfolgte. In einem Alter von neun Jahren iſt es nicht leicht, ein Geheimniß zu verſchweigen. Ich bewahrte
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