Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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Dagmar ſich zu erwerben; es gab dann immer irgend eine Extra⸗ ſpende von Zwieback, Brezeln oder andern Leckerbiſſen.

Sieh' nur zu, daß die Mutter friſches Waſſer hat, daß die Stube gekehrt, und daß die Geſchwiſter ſauber gewaſchen werden, ſagte Dagmar, und tätſchelte die kleine Greta auf den Kopf. Erinnere Dich zugleich, daß die Suppe, welche ich mitgebracht habe, nur für die Mutter iſt, und laß die Geſchwiſter nicht da⸗ von eſſen; jetzt lebe wohl für heute, mein Kind.

Das Mädchen machte einen Knix, und Dagmar ſtand auf, um zu gehen, nahm aber wiederum Platz, als ſie einen Reiter gewahr wurde, welcher auf dem ſteinigen, ungebahnten Wege her⸗ ankam.

Der Doktor! rief Greta.

David grüßte zuerſt in aller Eile Dagmar, und begab ſich dann zu der Kranken hinein.

Eine Weile darauf gingen er und Dagmar hinweg, beide zu Fuß, David ſein Pferd nachführend.

Ich möchte doch gern wiſſen, warum Du ſeit deinem erſten Beſuch dich in Eriksdal nicht, mehr ſehen ließeſt? begann Dag⸗ mar.Biſt Du ſo ſchlecht daſelbſt aufgenommen worden, daß dir die Luſt vergangen, den Beſuch zu erneuern?

Gewiß nicht, antwortete David lächelnd.Die zahlreichen Krankheitsfälle ſind die Urſache meines Ausbleibens.

Aber Du begleiteſt mich doch nach Eriksdal und bleibſt ein wenig daſelbſt. Papa und Mama ſind im Pfarrhauſe, und es wäre recht ſchön von Dir, mir in meiner Einſamkeit Geſellſchaft

zu leiſten.

Gern, aber unter einer Bedingung.

Bedingung? Nun, Du biſt recht artig.

Ich kann nicht helfen, es iſt eben ſo.

Nun wohl, einmal will ich mich ſchon deinen Launen un⸗ terwerfen. Wie lautet die Bedingung?

Daß Du mich von einem Gegenſtande reden läſſeſt, welcher nichts weniger als angenehm iſt.

Meinſt Du denn, ich ſei allzu munter, da Du mir etwas Langweiliges vortragen willſt?