Teil eines Werkes 
39. Band, David Waldner : Roman : 2. Theil (1867)
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ſie. Er hatte ſich jede ſelbſtſüchtige Freude verſagt und ſich über ſein Leiden zu erheben geſucht. Dieß Alles war ihm nur mög⸗ lich geworden durch die Liebe zu ihr, und nun, da ſie ſich wieder begegneten, ſah es aus, als ob ſie ſelbſt die Erinnerung an das, was geweſen, vergeſſen hätte.

Wünſchte David, daß es anders ſein ſollte? Nein, wir glauben es nicht; aber das ſchwache Herz murrte dagegen, trotz allem, was ſein beſſeres Gefühl einwenden mochte.

Als David am Abend nach esköping zurückkehrte, war er niedergeſchlagen und düſter. Aber als der Tag wieder graute, hatte er vollkommen über dieſe Niedergeſchlagenheit wieder geſiegt.

Ehe er ſeinen Beſuch in Eriksdal erneuerte, war es David gelungen, ſich mit dem Gedanken, daß er nicht mehr geliebt wurde, völlig vertraut zu machen.

Die Praxis eines Provinzialarztes ließ ihm nicht ſonderlich viel Zeit zum Vergnügen oder zur Träumerei übrig, ſondern nahm beinahe jede ſeiner Stunden in Anſpruch, beſonders wenn er derſelben mit Eifer obliegen wollte. Er wurde auch bald durch ſeine glücklichen Kuren bekannt, und ſeines wohlwollenden Weſens halber geprieſen. Gleich gegen Reiche und Arme, behan⸗ delte er alle Leidenden mit derſelben Sorgfalt, und intereſſirte ſich lebhaft für ſeinen Beruf.

V.

Auf dem Gebiete von Eriksdal lag ein kleines Frohngütchen, wo die Frau ſchwer erkrankt war. Dagmar ſah täglich nach der Armen, und Doktor Waldner ſtellte ſich gleichfalls von Zeit zu Zeit ein, um derſelben ſeinen Beiſtand angedeihen zu laſſen.

Eines Tags begab ſich Dagmar mit einem Korb voll Spei⸗ ſen dorthin. Nachdem ſie den Inhalt unter die Kranke und deren Kinder vertheilt hatte, ſetzte ſie ſich vor die Hütte und unterrich⸗

tete das älteſte Mädchen, wie ſie die Mutter und die Geſchwiſter

zu verpflegen hätte. Die kleine Greta, erſt neun Jahre zählend, war ein gelehriges Kind und hörte ihr aufmerkſam zu. Greta hatte keinen höhern Wunſch, als die Zufriedenheit von Fräulein