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vorfuhr. Ein ſchneller Blick durch das Fenſter ſagte ihr, wer der neue Ankömmling war. Verborgen hinter einer Epheuwand betrachtete ſie den Gaſt, und ging dann ſchnell durch das Zim⸗ mer nach der Glasthüre, wo ſie mit dem Rücken gegen den im nächſten Augenblicke Eintretenden ſich auffſtellte.
Die Thüre vom Vorzimmer ging auf und David erſchien. Er ſtand einen Augenblick ſtill. Nach ſo langer Trennung ſollte er die einzige Frau wiederſehen, welche er wirklich geliebt hatte. Er ſchaute die an, welche ihm den Rücken zukehrte; ſie war es; es war Majkens Wuchs, Haltung und Haarfülle.
Er bedurfte mehrerer Minuten, um ſeiner Bewegung Herr zu werden. Als es ihm endlich gelungen war, trat er einige Schritte gegen die Geſtalt vor. Sie verharrte in derſelben Stel⸗ lung; erſt als er ihr ganz nahe war, drehte ſie den Kopf um. Es war nicht Majken; es war Dagmar. Etwas wie Verdruß darüber, daß er ſich hatte täuſchen können, ſtieg in Davids Seele auf; aber Dagmar lächelte ſo liebreich, daß jedes unfreundliche Gefühl verſchwinden mußte. David bemerkte zugleich mit einer gewiſſen Freude, daß Dagmar im Laufe der Jahre ſich ſehr zu ihrem Vortheil verändert hatte.
„Wie David ſo männlich geworden iſt!“ dachte Dagmar, während ſie ihn willkommen hieß.
„Majken und die Tanten ſind im Garten, und dahin will ich Dich nun geleiten,“ ſagte Dagmar, nachdem die Begrüßungen ausgetauſcht waren.
David ſeufzte. Das Wort„Tanten“ mißſiel ihm. Er hatte
ſo innig gewünſcht, Majken wieder zu ſehen, ohne daß die Augen
anderer auf ihn gerichtet wären. Dagmar nahm inzwiſchen ohne weitere Umſtände ſeinen Arm und führte ihn zu dem Vater.


